Marc Lotz neuer Leiter des Schlüchterner Bauhofes
Von Walter Kreuzer
schlüchtern
Alfred Heil, der scheidende Mann an der Spitze des Bauhofes der Stadt Schlüchtern, ist Landmaschinenmechanikermeister, sein Nachfolger Marc Lotz Betriebswirt. Deutlicher als die unterschiedliche Ausbildung der beiden Männer könnten die sich ändernden Anforderungen an den Managerposten kaum ausgedrückt werden.
„Wir sind die Feuerwehr. Wo es brennt, müssen wir hin“, umschreibt Alfred Heil schmunzelnd das Aufgabengebiet des Bauhofes. In der Stadt Schlüchtern sind dessen Aufgaben noch vielfältiger als in anderen Gemeinden. „Wir führen eigentlich alle Arbeiten aus und kümmern uns nicht nur um Grünflächen, Sportplätze oder Kindergärten.“ Reparaturen von Bordsteinen und Straßen, Mäharbeiten, Heckenschnitt, Grabenreinigung, Auf- und Abbau bei Festen wie dem Kalten Markt, Renovierungsarbeiten und Reparaturen im Rathaus und anderen städtischen Gebäuden und natürlich der Winterdienst sind einige Beispiele für die Tätigkeiten der 21 Mitarbeiter. Drei von ihnen kümmern sich in erster Linie um den Stadtwald. Seit etwa zehn Jahren werden sie unter der Kostenstelle Bauhof geführt. „Damals hatten wir fünf offene Stellen. Nach der Umstrukturierung beim Forst sind die Männer zu uns gekommen und werden an das Forstamt ausgeliehen“, schildert der 61 Jahre alte Alfred Heil, der den Betrieb seit 1993 geleitet hat.
Als der Rückerser seinen Job antrat, waren ihm noch 28 Männer unterstellt. „Heute haben wir viel mehr Maschinen im Einsatz und profitieren vom technischen Fortschritt. Sonst kämen wir mit der Arbeit nicht nach“, nennt er Veränderungen. Zu diesen gehören auch verschiedene Gesetze und die Anforderungen der Bürger.
Neun verschiedene Handwerksberufe haben die Mitarbeiter des Bauhofes gelernt. Das Spektrum reicht vom Metallbauer über Gärtner bis hin zum Fliesenleger und Maurer. Da fällt der neue Leiter Marc Lotz, der von Heil noch bis Oktober eingearbeitet wird, als staatlich geprüfter Betriebswirt etwas aus dem Rahmen. „Ich habe aber immer in Handwerksbetrieben gearbeitet, zuletzt in einem Unternehmen, das Tankstellen baut. Auch von meinen Eltern her bin ich handwerklich vorbelastet“, sieht der 38 Jahre alte Wallrother darin kein Problem.
Ortskenntnisse durch Fußball
Seit April ist er am Bauhof tätig, hat am 1. Juli offiziell dessen Leitung übernommen. Mit ihm wird es künftig zu einigen Veränderungen kommen – was von der Stadt ausdrücklich gewünscht ist, wie sich an der Stellenausschreibung, auf die sich Lotz beworben hat, ablesen lässt. In erster Linie geht es dabei um die Dokumentation, also um die Aufteilung von Ausgaben auf Kostenstellen. „Das kaufmännische Denken soll gestärkt werden. Langfristig ist geplant, dass wir auch selbst Aufträge vergeben“, fasst der Hobby-Fußballer von Teutonia Wallroth zusammen.
Von seiner Freizeitbeschäftigung hofft er, künftig im Beruf zu profitieren. Schließlich ist Ortskenntnis eine der wichtigsten Tugenden eines Bauhofleiters einer Kommune mit 123 Quadratkilometer Fläche. „Ich habe 25 Jahre Fußball gespielt und kenne viele Sportplätze. Zudem bin ich als eingeborener Schlüchterner immer hier unterwegs gewesen. Daher kenne ich mich ganz gut aus“, sagt Lotz. Sein Vorgänger hatte 1993 Glück, dass er zuvor schon in Schlüchtern gearbeitet hatte und viele Leute kannte. Eingearbeitet worden sei er nicht, konnte sich aber auf die Kollegen mit Ortskenntnissen verlassen.
In dieser Hinsicht will Alfred Heil Marc Lotz den Einstieg leichter machen und kündigt schon mal an: „An der Gemarkungsgrenze von Gundhelm und Sparhof in der Gemeinde Kalbach war er noch nicht. Die werde ich ihm auch noch zeigen bevor ich in Rente gehe.“
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