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15. Oktober 2012



Michael Wissenbach steht seit 25 Jahren auf der Bühne

Von Walter Dörr

Steinau
Zum 25-jährigen Bühnenjubiläum von Michael Wissenbach veranstaltete die Kammeroper Fulda am Samstagabend mit seinem Intendanten in der Katharinenkirche in Steinau ein Konzert.

Als Pfarrer, Politiker oder Künstler würde er taugen, diese berufliche Perspektiven sei Michael Wissenbach einmal offeriert worden, sagte er am Samstag in der Katharinenkirche. Aus der Vita, die zwischen dem Sologesang beim Jubiläumskonzert vorgelesen und mit Lichtbildern ergänzt wurde, ging unter anderem hervor – und dafür ist Wissenbach auch in der Region bekannt  – dass er sich für das Leben als Künstler (Sänger, Musiker, Liedermacher) entschieden hat. Aber er ist auch Musikpädagoge, Produzent, Casting–Juror, Regisseur und Gesangslehrer. Engagiert, aber nicht immer erfolgreich, seien die Projekte der Vergangenheit gewesen. Wissenbach kritisierte, dass die Kultur viel zu wenig gefördert werde. Seine gesangliche Vielseitigkeit bewies der Kammersänger mit einem „etwas anderen Programm“. Klassik intonierte er in klassischem Frack oder pompösem Kostüm. Als Requisiten hatte er in seiner Paradenummer als Tevje aus dem Musical „Anatevka“ natürlich eine quietschende Milchkanne parat und als „Rhön-Michel“ ein Plüschschaf.

Geprägt von Protestaktionen seines politisch engagierten Vaters sang Wissenbach in seinen wilden Jahren – und während seines Jubiläumskonzerts – gerne Werke von Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader, Reinhard Mey und Konstantin Wecker. Michael Wissenbach schrieb auch das Lied „Prophet im eigenen Lande“, das er an dem Abend zum Besten gab. Als Liedermacher sang Wissenbach auch im Duett mit Rhönschaf Hilde, als „Wissi & Co“ über einen barocken Fuldaer Altstadtstar und verhalf als Rhön-Michel „heilen Bergliedern“ durch sein stimmliches Potenzial zu einer Plattform.

Mit Pianobegleitung von Irina Maurer (Bad Soden-Salmünster) bestritt Wissenbach den E-Musikteil seines Konzertes, als Gitarrist und Pianist betätigte er sich selbst bei den Chansons und Protestsongs.  Halbplayback erklang mit Livegesang bei den Shownummern, die es auch auf CDs gibt. „Wenn ich einmal reich wär“ mag ein bezeichnendes Lied für das Leben eines Künstlers sein. Und Applaus gilt allgemein als Lohn. Das Jubiläumskonzert verfolgten bei freiem Eintritt rund 50 Gäste. Die Bretter, die für einen Künstler die Welt bedeuten, waren in Seinau der steinige Fußboden der Katharinenkirche.


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