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19. Juli 2012



Mogli-Paten treffen sich zum Austausch

Von Elisabeth Schmitt

Salmünster
Spazieren gehen, mit einem freundlichen Hund toben, gemeinsam Kuchen oder Plätzchen backen. Die Paten des Mogli-Projekts des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und der Caritas haben viele Ideen für Unternehmungen mit ihrem „Mogli“.

„Es läuft sehr gut, und wir könnten noch mehr Paten brauchen“, erzählt Anke Linnemann vom SkF, die mit Stefanie Richter (Caritasverband für den Main-Kinzig-Kreis) das Projekt leitet. Mittlerweile fragten Institutionen an, die Familien die Begleitung eines oder mehrerer ihrer Kinder durch einen ehrenamtlichen Paten anbieten wollen.

Seit etwa zwei Monaten treffen sich sechs Paten wöchentlich mit ihren Patenkindern. Diese sind zwischen fünf und neun Jahre alt und haben ganz unterschiedliche Interessen. Da ist ein Junge ganz stolz, dass sein Pate sich im Fußball bestens auskennt, mit ihm kicken kann und auch weiß, wovon er erzählt, wenn es um die Spielklasse oder andere spezifische Dinge geht. Ein anderes Kind freut sich, gelegentlich mit dem etwa gleichaltrigen Enkel der Patin spielen zu können.

Während des gestrigen Treffens der Paten erzählten diese viel über ihre Motivation und die ersten Begegnungen mit den Kindern. Vier Frauen und zwei Männer haben im vergangenen Jahr die Aufrufe des SkF und der Caritas wahrgenommen und sich für die Teilnahme entschieden. „Ich arbeite halbtags, habe etwas Zeit und möchte mich sinnvoll engagieren“, war mehrmals zu hören. Andere befinden sich im Vorruhestand und wollen die Zeit sinnvoll nutzen. Eine junge Dame, studiert Erziehungswissenschaften und will neben der Theorie die Praxis kennenlernen. „Ich finde es spannend, wie schnell ein Vertrauensverhältnis entstanden ist“, sagte eine Frau und eine andere sinnierte, ob sie selbst ihr Kind einer fremden Person anvertraut hätte.

Mit dem Familienpatenschaftsprojekt sollen junge Familien oder allein erziehende Mütter beziehungsweise Väter Unterstützung erhalten. Die Paten können den Kindern dabei Dinge ermöglichen, die oft in der eigenen Familie nicht machbar sind. Vorhandene Fähigkeiten der Kinder sollen geweckt und auch Orientierung soll gegeben werden.

Die Paten werden in Seminaren vorbereitet, schreiben regelmäßig Tagebuch für die Projektleitung. Diese ist somit über die Aktivitäten informiert und kann kurzfristig Fragen der Paten beantworten. „Man muss nicht bis zum nächsten Treffen in ein paar Wochen warten“, so eine der Damen. Sie alle empfanden die Schulung als positiv und waren angetan von der gegenseitigen Sympathie beim ersten Treffen. „Es hat einfach gepasst“, hieß es öfter. Als hilfreich werteten die Damen Adventsfeier mit den Eltern

den Besuch bei einem Treffen des Mogli-Projekts in Fulda. Die Patinnen berichteten von Unternehmungen mit den Kindern und eigenen neuen Erfahrungen. „Auf dem Spielplatz musste ich auf die Rutsche und auf das Drehkarussell. Das habe ich lange nicht gemacht“, sagte eine.

Die Paten sprechen die Termine mit den Eltern ab und widmen sich in den drei bis vier Stunden dem Kind. Die Treffen mit der Projektleitung dienen dem Austausch und der Reflexion. Ende August gibt es ein erstes gemeinsames Treffen aller Paten mit ihren Patenkindern. Zur Adventsfeier sollen dann auch die Eltern eingeladen werden. „Dafür suchen wir noch Sponsoren“, sagten die Leiterinnen Linnemann und Richter.


Leser-Kommentare ( 1 )
  • Occupy (366) | 19. July 2012;19.07.2012;1342704232 --> 19 Juli 2012
    Fehlentwicklung

    Hier wird wieder an den Auswirkungen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen herumoperiert: Ich kann die jungen Paare nicht verstehen, die leichtfertig auseinanderrennen, dann partout allein erziehen und mit ihrem Katzenjammer darüber anderen zur Last fallen, anstatt ihre angestrebte Selbstverwirklichung auch selbst zu verwirklichen. Reisst und rauft Euch zusammen, allein schon der Kinder zuliebe! Dann brauchen wir keine Nachmittagsersatzmammis!