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21. Februar 2012



Neues Projekt im Brücken Café Schlüchtern

Von Julia Kreß

Schlüchtern
„Geschichten aus 1000 und einem Topf“ – unter diesem Namen startet das Brücken Café Schlüchtern am Freitag, 24. Februar, ein neues Projekt, das Menschen unterschiedlicher Nationalität zusammenbringen soll – mit gemeinsamem Kochen.

Leckere, fremdartige Gerüche liegen in der Luft. Es brutzelt, Stimmenwirrwarr wird laut. Ein Iraker schneidet Gemüse, ein Deutscher brät Fleisch und ein Mexikaner rührt Soße an. Menschen unterschiedlicher Nationalität unterhalten sich, tauschen sich aus und kochen gemeinsam. Beim anschließenden Essen werden Erinnerungen erzählt und miteinander verglichen.

Dieses Bild schwebt Sabine Dänner, Initiatorin des Brücken Cafés vor, wenn sie an das bevorstehende Projekt denkt.
„Geschichten aus 1000 und einem Topf“ heißt das neue Vorhaben der Initiative, die vor sieben Jahren infolge der Moschee-Debatte von der evangelischen Kirchengemeinde Schlüchtern ins Leben gerufen wurde. „Wir wollen mit mehreren Leuten unterschiedlicher Herkunft gemeinsam kochen“, erklärt die 53-jährige Schlüchternerin. „Einer der Köche bringt ein Rezept mit, das dann gekocht wird. Das Interessante ist, dass der jeweilige Koch die Hintergrundgeschichte zu seinem Rezept erzählt.“

Emotionale Verbindung mit Gerichten

Welche Gefühle verbindet der Rezeptgeber mit seinem Essen? Hat es ihm seine Mutter immer gekocht, wenn er krank war, erinnert ihn das Essen an seine Großeltern oder wird auch Trauriges wie Erinnerungen an Flucht und Vertreibung geweckt? „Wir wollen alle an einen Tisch kriegen“, hofft Dänner. Nicht nur Menschen aus aller Herren Länder, sondern auch nichtbehinderte und behinderte Menschen. „Inklusion muss auch unsere Aufgabe sein. Wir haben alle die gleichen Interessen und sitzen im selben Boot“, erklärt die Initiatorin des Brücken Cafés.

Auch Berufsschüler mit dem Fach Hauswirtschaft sollen einbezogen werden sowie junge Ausländer, die erzählen sollen, wie sie sich in Deutschland fühlen. Das Projekt startet am Freitag, 24. Februar. Ab 15 Uhr können sich Interessierte im Untergeschoss des evangelischen Gemeindezentrums in Schlüchtern einfinden, ab 19 Uhr wird gegessen. „Am ersten Abend wird ein Mexikaner von seiner Kindheit erzählen“, informiert Dänner. Zudem wird „eine alte, deutsche Frau“ kochen. Beide werden über das Gekochte etwas erzählen.

Danach wird das Zubereitete in einer Talkrunde vorgestellt. „Amöne Nowottny übernimmt die Moderation und wird die Geschichten präsentieren“, berichtet Sabine Dänner. So soll ein Dialog entstehen: „Wir wollen uns nach außen öffnen und dass sich auch gegensätzliche Gruppen wahrnehmen.“ Das Besondere: Über „Geschichten aus 1000 und einem Topf“ wird anschließend ein Buch entstehen. „Der CoCon Verlag Hanau will eine Art Reportage über die Kochnachmittage in Text und Bild herausgeben“, erzählt Dänner stolz, sie selbst wird die Texte schreiben.



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