Ohne Abriss des Bahnhofs gibt es keine Rampe
Von Hanns Szczepanek
Salmünster
Betretene Stille herrschte am Montag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, als beim Tagesordnungspunkt „Barrierefreiheit am Bahnhof Salmünster“ deutlich wurde, dass ein Abriss des Bahnhofsgebäudes wohl nicht zu verhindern ist.
In der sich anschließenden Sitzung aller Stadtverordneten waren es vor allem Mandatsträger der CDU, die sich mit dieser Aussicht nicht so recht anfreunden wollten. Daher stellte ihre Fraktion auch den Antrag, der Magistrat möge mit Vertretern der Deutschen Bahn AG (DB) doch eine Alternativlösung für einen barrierefreien Zugang besprechen, die sich am Beispiel des Rondells am Bahnhof Wächtersbach orientieren könnte. Der gewünschte „Nebeneffekt“: der Erhalt des Bahnhofsgebäudes. CDU-Stadtverbandschef Johannes Wiegelmann und Fraktionschef Dr. Gerhard Schier warfen dabei die Frage auf, wie es denn sein könne, dass andere (ähnlich marode) Bahnhofsgebäude im Kinzigtal erhalten oder gar saniert werden könnten, die DB aber in Salmünster den Abriss vorsehe.
GWL-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Schießer hielt dem entgegen, dass es sich die Kurstadt „nicht leisten kann, einen denkmalgeschützten Bahnof zu sanieren“, der danach aber funktionslos bleiben werde. Aus diesem Grund wiesen GWL und SPD diesen Antrag mit ihrer Stimmenmehrheit zurück. SPD-Vormann Dr. Frank Kleespies merkte zum Thema Bahnhofgebäude lediglich an, dass die Verwaltung den Grund für den erneut geschlossenen Warteraum in Erfahrung bringen solle. Bürgermeister Lothar Büttner (parteilos) erwiderte darauf, die DB habe bereits eine baldige Lösung der Haustechnik-Probleme zugesichert. Überdies lehne der Schienenkonzern eine Sanierung des Gebäudes, die mindestens 1,8 Millionen Euro kosten würde, kategorisch ab.
Beschlossen haben die Stadtverordneten am Ende die Weiterführung der Planungen für die „Station Bad Soden-Salmünster“, die künftig für alle Benutzer barrierefrei zugänglich sein soll. Während der Sommerwochen hatte die Deutsche Bahn laut Büttner mitgeteilt, dass eine Rampe nur am Hausbahnsteig errichtet werden könne, nicht aber am Mittelbahnsteig. Dort stünden bautechnische Sicherheitsvorschriften einer zweiten Rampe entgegen. Als einzige technisch machbare Variante bleibe allein der Einbau eines Fahrstuhls übrig.
310.000 Euro Kostenanteil
Das Gesamtprojekt an beiden Bahnsteigen bezifferte Büttner gemäß den Angaben der DB auf etwa fünf Millionen Euro, wobei die Kurstadt zirka 250.000 Euro aufzuwenden habe. Für den Bau der Rampe samt ihren Nebenanlagen am Hausbahnsteig müsse das Eisenbahnbundesamt allerdings noch dem Abbruch des Gebäudes zustimmen.
Für die nächsten Projektschritte ist den Angaben zufolge ein Finanzierungsvertrag zwischen Deutscher Bahn, Kurstadt, Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund erforderlich, in dem die jeweiligen Kostenanteile zwischen Bund, Land, Kreis und Stadt aufzuschlüsseln sind. Der Anteil Bad Soden-Salmünsters an den Planungskosten betrage voraussichtlich 60.000 Euro, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Dies entspreche einem Drittel des Gesamtbetrags.
Leser-Kommentare ( 4 )
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Occupy (367) | 23. August 2012;23.08.2012;1345723832 --> 23 August 2012
Die einzige Rampe...
...die man in BSS wirklich bräuchte, wäre jene, mit denen man die Verantwortlichen, vor allem Herrn Büttner und seinen Schulden-Magistrat, möglichst weit über die Stadtgrenzen hinauskatapultieren könnte.
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Durchblick (80) | 24. August 2012;24.08.2012;1345788258 --> 24 August 2012
... und Sie....
... gleich hinterher!
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galileo (15) | 23. August 2012;23.08.2012;1345742443 --> 23 August 2012
Nur peinlich und beschämend...
..da fährt seit Jahren ein Rollifahrer jeden Morgen mit dem Zug Richtung FFM. Wenn er abends nach Hause will, fährt er bis Steinau, steigt aus, wartet auf den Gegenzug, damit er in BSS auf Gleis eins wieder aussteigen kann.
Die Taschen macht sich die Bahn und die Kommune voll aber entsprechendes Handeln ist seit Jahren überfällig. Peinlich und beschämend...









