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3. Juni 2012



Pilze und Damen-Popos aus Pappelholz

Von Walter Dörr

Schlüchtern
Sportliche Kreativität war am Sonntag beim ersten Schlüchterner Kettensägenwettbewerb der Waldgaststätte Acisbrunnen gefragt. Leider hat das Regenwetter die Veranstaltung beeinträchtigt.

„In jedem Stück Holz steckt eine Figur, man muss nur das Brennholz ringsum wegsägen.“ Diese Beschreibung vom Georg Maurus aus Greifenstein bei Wetzlar muss man sich erst einmal durch den Kopf gehen lassen. Als „Crazy George“ schnitzt der ehemalige Küchenmeister weltweit mit der Motorsäge Skulpturen wie Bären, Adler, Chinesen, Bayer, Frauen oder auch Herzen – am Sonntag in Schlüchtern war es eine rustikale Bank mit tierischen Motiven.

Neben der Eisenbahn soll auch die Motorsäge ja ein beliebtes Spielzeug der Männer sein. Das wurde an der Waldgaststätte Acisbrunnen deutlich. Brennholz auf 33 Zentimeter Norm zu sägen – das ist Kinderkram. Einen natürlichen Stamm aber zu einem Kunstwerk zu machen, das war die motivierende Aufgabe, die die Teilnehmer Siegfried Klein (Marburg) Rainer Hanncke (Schlüchtern) Christian Lotz (Niederzell) Andreas Urbach (Schlüchtern) Kai Gericke (Hohenzell) und Jens Müller (Schlüchtern) zu wahren Höchstleistungen stimulierte, und zwar mit einem ohrenbetäubenden Lärm – so zumindest die Empfindung bei den Besuchern. Quasi Musik war es jedoch wohl in den Ohren der Akteur, wenn sie denn nicht zur Sicherheit mit Ohrenschützern verschlossen worden wären.

Die Frauen sägten außer Konkurrenz

Das Beherrschen des Motors und die Nutzung der erbarmungslosen Sägezähne für handwerkliche Kunst bekräftigten die Säger immer wieder, Gas zu geben. Eine Symbiose von Mensch und Maschine für die Holzkunst. Übrigens: Ex-Koch Maurus verblüffte in seiner einzigartigen Motorsägen-Show damit, dass er sogar eine Kartoffel mit der Motorsäge schälte – Nervenkitzel pur und zur Nachahmung natürlich nicht empfohlen.

Die Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine, Peter Triebensky, Kalle-Moats-Präsident Jens Schilling, Ortsvorsteher Wolf-Dieter Rothmaler und Rechtsbeistand Rainhard Cerny, beurteilte anschließend die Werke. In zwei Durchläufen mussten ein Pilz und ein weiblicher Torso (Popo) aus einem Pappel- oder Lindenweichholzstamm gesägt werden.

Zum ersten Schlüchterner Kettensägenkünstler wurde schließlich der Marburger Siegfried Klein gekürt, der sich auch über eine neue Motorsäge freuen kann. Zweiter wurde der Niederzeller Christian Lotz, über den dritten Platz freute sich Kai Gericke aus Hohenzell.

Außer Konkurrenz versuchten sich außerdem Lisa Hubert und Julia Lotz von der Frauenmannschaft der Schlüchterner Löwen an den Kettensägen, liebevoll vom Wettbewerbsleiter Edwin Hubert als „Bastelgruppe“ vorgestellt.
Außerdem hat der Lionsclub Bergwinkel während der Veranstaltung einen Second-Hand-Basar „auf der Platte“ durchgeführt. Von dessen Erlös soll eine weitere Ruhebank am Acisbrunnen finanziert werden.


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