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8. Juli 2010



Kritik an Anzeige wegen Kuki

SCHLÜCHTERN Die von Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) im Zusammenhang mit dem leergeräumten Kinosaal der ehemaligen Synagoge erstattete Anzeige hat eine Auseinandersetzung im Schlüchterner Magistrat ausgelöst.

Während der Magistratssitzung am Mittwoch forderte Stadträtin Marie-Luise Schönherr (CDU) nach eigenen Angaben die Rücknahme der Anzeige gegen Unbekannt. Der Rathauschef kam dieser Forderung, die von den Stadträten Reinhold Baier, Wilfried Urbach (beide CDU) sowie Jörg Sielaff (Grüne) unterstützt wurde, aber nicht nach. „Bei einem Ortstermin des Schlüchterner Magistrats am 1. Juli wurde nun festgestellt, dass der Kinosaal leergeräumt war. Daraufhin hat die Stadt bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, hieß es in dem KN-Artikel über den Vorfall. Daraufhin waren die vier Stadträte nach eigenen Angaben auf die Anzeige angesprochen worden. Tatsächlich weilte nur Fritzsch in dem Gebäude, um mit dessen Eigentümer Heinrich Heil die Übergabemodalitäten zu klären – einen Magistratstermin gab es nicht.

„Es wird nicht miteinander gesprochen.“

Nach der nicht-öffentlichen Sitzung kamen die Stadträte in die Redaktion, um ihrem Ärger Luft zu machen: „Wir haben von der Anzeige erst aus der Zeitung erfahren“, erklärte Marie-Luise Schönherr, während Reinhold Baier sagte: „Die sogenannten Diebe sind mit einem Viertel an der mitgenommenen Bestuhlung beteiligt. Mit dieser Anzeige macht sich die Stadt lächerlich. Der Bürgermeister ist der Einzige in Schlüchtern, der nicht weiß, wer die Sachen mitgenommen hat.“ Jörg Sielaff kritisiert: „Beide Seiten machen dicht. Es wird nicht miteinander gesprochen.“ Falko Fritzsch, der alleiniger Sprecher des Gremiums ist, meldete sich telefonisch zu Wort: „Ich möchte betonen, dass die Anzeige nicht vom Magistrat – insbesondere nicht von Frau Schönherr und Herr Sielaff – erstattet wurde. Sie legen ausdrücklich Wert darauf, nichts damit zu tun zu haben. Bei der nächsten Verfilmung des Kuki sind sie wahrscheinlich die Hauptdarsteller. Ich halte die Anzeige nach wie vor für richtig. Das Kuki hat zum Kauf der Bestuhlung einen Zuschuss gewährt, sie ist aber Eigentum der Stadt. Das lässt sich belegen.“

Von unserem Redaktionsmitglied
Walter Kreuzer



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