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17. September 2012



Polizist auf Rock-Festival angegriffen

anz

Gründau
Bereits am ersten Abend des Metal-Rock-Festivals in Mittel-Gründau kam es am Wochenende zu einem Eklat: Weil die Musikgruppen nicht wie genehmigt um 23 Uhr zu spielen aufhörten, rückte die Polizei in der Nacht auf Samstag bei „Metal-Gründau“ an – und traf auf heftigen Widerstand.

Zum siebten Mal fand das Camp neben dem Sportplatz an der Haingründauer Straße statt. Namhafte Bands aus der Metal-Szene hatten sich angesagt. Organisiert wird die Veranstaltung von den Betreibern eines Tattoo-Studios in Mittel-Gründau. Das Flair von Deutschlands bekanntestem Metal-Festival in Wacken sollte einmal mehr durch den kleinen Ortsteil der Gemeinde Gründau wehen.

Bereits am Freitagabend hatten um Mitternacht einige Anwohner davon genug. Zahlreiche Anrufe gingen bei der Polizei ein, weil die Musik von den Bands auf der Bühne lautstark zu hören war. Die herbeigerufenen Polizisten trafen jedoch auf wenig Verständnis bei den zirka 80 bis 90 Personen. Auch die Veranstalter zeigten sich nach Polizeiangaben wenig einsichtig. Acht  Streifenwagen wurden letztlich zusammengezogen; selbst aus Bad Orb und Heusenstamm waren Beamte in Mittel-Gründau.

Acht Streifen im Einsatz

Gegen 1.25 Uhr läuft alles aus dem Ruder: Eine Flasche wird aus der Menge auf die Beamten geworfen und trifft einen Polizisten am Kopf. Die Polizei setzte sofort Pfefferspray ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch drei Diensthunde sind nun im Einsatz. Der 33-jährige Polizist kommt mit einer Kopfplatzwunde ins Krankenhaus, auch ein Festival-Besucher muss ärztlich behandelt werden, weil er zu viel Pfefferspray abbekommen hat. Der Flaschenwerfer verschwindet aber in der Menge. Die Polizei ermittelt nun.

Das Polizeipräsidium Südosthessen berichtete zunächst von einem Zwischenfall bei einem Hoffest in Langenselbold, doch wenig später folgte gestern die Korrektur. Die Polizei erhebt schwere Vorwürfe gegen die Veranstalterin, die selbst nach Aufforderung die Musik nicht habe enden lassen wollen. Weil sie ihren Auflagen nicht nachgekommen sei, werde jetzt auch gegen sie ermittelt.

Am Ende des Einsatzes wurde dann nicht nur die Musik abgedreht, sondern gegen die Anwesenden ein Platzverweis für den Bühnenbereich verhängt. Tags darauf ging das Festival wie geplant weiter; von weiteren Zwischenfällen wurde nichts bekannt.   


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