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1. August 2012



Postenkarussell um Platz im Verwaltungsrat dreht sich

Von Walter Kreuzer

Schlüchtern
Wer bekommt den freien Platz im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Schlüchtern? Ziemlich sicher ist, dass es ein CDU-Vertreter sein wird. Die Union hat jedenfalls das Vorschlagsrecht für den durch den Tod von Bruno Döring vakant gewordenen Posten.

Der Verwaltungsrat, das Aufsichtsgremium, der Kreissparkasse Schlüchtern besteht normalerweise aus zwölf Personen. Vorsitzender ist der Landrat. Erich Pipa (SPD) hat diese Aufgabe jedoch an seinen Stellvertreter Dr. André Kavai (SPD) delegiert. Auch die weitere Zusammensetzung des Gremiums ergibt sich weitgehend aus dem Hessischen Sparkassengesetz. Details müssen jedoch vor Ort geklärt werden. Im Fall der Kreissparkasse Schlüchtern gehört die Besetzung des Verwaltungsrats zu einem größeren Personaltableau, das nicht zuletzt bei Koalitionsverhandlungen auf Kreisebene zur Verteilungsmasse gehört.

Hintergrund
Laut Paragraf 5b des Hessischen Sparkassengesetzes werden die Mitglieder des Verwaltungsrates von der Vertretungskörperschaft (Kreistag) des Trägers gewählt. Von den gewählten Mitgliedern (elf abzüglich vier Arbeitnehmervertreter) dürfen nicht mehr als die Hälfte den Organen des Trägers (Kreistag und Kreisausschuss), aber nicht mehr als ein Mitglied dem Verwaltungsorgan (Kreisausschuss) angehören (in Klammern das für die Kreissparkasse Schlüchtern zutreffende). / kw
André Kavai hält sich auf Anfrage bedeckt: „Die Besetzung des Verwaltungsrates obliegt dem Kreistag. Kandidaten werden von den Fraktionen vorgeschlagen.“ Im konkreten Fall ist die CDU am Zug, da es bei der Wahl Ende 2011 einen gemeinsamen Vorschlag aller Fraktionen gab. Da Bruno Döring Christdemokrat war, darf nun die Union den Nachfolger nominieren. Offiziell muss dies der Fraktionsvorstand in einer seiner nächsten Sitzungen machen.

Fraktionschef Michael Reul: „Da es sich um eine wichtige Funktion handelt, lassen wir uns Zeit. Es wird aber wieder ein Vertreter des Bergwinkels sein, den wir vorschlagen.“ Namen will er nicht nennen. Manches deutet auf den aus dem Bad Soden-Salmünsterer Stadtteil Wahlert stammenden Bauunternehmer – und gelernten Bankkaufmann – Jürgen Franz hin. Dieser sitzt für die CDU im Kreistag.

An dieser Stelle kommen allerdings wieder die Einschränkungen des Sparkassengesetzes ins Spiel. Franz kann nur dann in den Verwaltungsrat der Sparkasse einziehen, wenn dessen stellvertretender Vorsitzende Winfried Weber (Kerbersdorf) nicht in den Kreisausschuss zurückkehrt. Wie berichtet, muss sein SPD-Parteikollege Oliver Habekost (Altengronau) aus diesem ausscheiden, weil er einen Führungsposten bei den Kreiswerken Main-Kinzig antritt. Weber ist der nächste Kandidat auf der SPD-Liste für dieses Gremium, dem er bis zur Kommunalwahl 2011 angehörte.

Allerdings wabern auch in dieser Personalie verschiedene Namen durch die kreispolitische Gerüchteküche. So heißt es, dass auch die Steinauer Rechtsanwältin und Kreistagsabgeordnete Sonja Senzel für den Sitz im Kreisausschuss im Gespräch sei. Würde sie diesen bekommen, wäre der Weg für Jürgen Franz in den Verwaltungsrat der Kreissparkasse in rechtlicher Hinsicht frei.


Leser-Kommentare ( 3 )
  • Occupy (365) | 1. August 2012;01.08.2012;1343804316 --> 01 August 2012
    Abstoßend

    Wie üblich beim Kreistag Posten- und Pöstchengerangel, jetzt um das Zusatzgehalt aus dem Kreissparkassentopf: Besser wäre es, die Beteiligten würden das unter sich ausmachen (was letzten Endes sowieso geschieht) und die Öffentlichkeit nicht mit ihrer scheinheiligen, abstoßenden Taktiererei behelligen.

  • rosenborg (4) | 1. August 2012;01.08.2012;1343835455 --> 01 August 2012
    Da geht es nicht ums Geld...

    sondern um's Prestige.

  • Occupy (365) | 1. August 2012;01.08.2012;1343841133 --> 01 August 2012
    Unheilige Allianz

    Ob Prestige oder Pinunsen, es bleibt sich gleich, aus welchem Grund sich die Herrschaften an Macht und/oder Geld klammern: Politiker & Banken sind eine unheilige Allianz, die uns zugrunde richten. Und da werden sich doch auch im Main-Kinzig-Kreis und bei der Kreissparkasse noch ein paar Fehlbesetzungen und Fehlentscheidungen platzieren lassen.