Prinzenpaare, Narren und ganz viele Einser
Von Walter Kreuzer
Freiensteinau
Beim Karnevalverein (KV) Kikiriki Freiensteinau dreht sich alles um die Zahl eins. Genauer gesagt: um viele Einser. Nicht nur dass die Kampagne pünktlich am 11.11.11 um 11.11 Uhr eingeläutet wurde. Der Verein besteht zudem seit 111 Jahren – und Freitagabend wurden 111 Hähnchen verspeist.
Eingefleischte Karnevalisten vom KV Kikiriki werden sich vielleicht an den Winter 1985/86 und an das Prinzenpaar in der damaligen Session erinnern. Bettina von der tollen Mode und Armin von der feinen Torte regierten die Narren im Blauen Eck. Die beiden waren bereits ein Paar, wurden 1985 Prinzenpaar, 1986 ein Ehepaar, im Mai 2011 dann ein Silberpaar – und nun erneut Prinzenpaar des Kikiriki, bei dem sie seit Jahrzehnten aktiv sind. Während ihr bürgerlicher Familiennahme Karl bleibt, nennen sie sich im Karneval nun Prinzessin Bettina, bei den Landfrauen mit federführender Hand, liegt in Spanien gern am Strand, und Prinz Armin, als Rechner beim Kikirii schon lange bekannt, fährt als Häuslebauer durchs ganze Land. Als Gockel Heiko VI. steht den beiden Freiensteinauern Elferratschef Heiko Lein aus Holzmühl zur Seite.
Korkenknallen zur Probe
Armin und Bettina Karl sind das erste Kikiriki-Prinzenpaar, dem eine zweite Regentschaft zugestanden wird. Thomas Herchenröder und Siglinde Muth regierten die Narren ebenfalls zweimal – allerdings mit unterschiedlichen Partnern. „Armin wollte letztes Jahr schon. Da habe ich aber abgeblockt“, bekennt Prinzessin Bettina, während ihr Mann die „Schuld“ auf die ebenfalls gestern Abend im Freiensteinauer Bürgerhaus proklamierte Kronprinzessin schiebt. Annika II. (Muth), springende Tanzmaus vom Kikiriki, zu Hause ist sie fast nie, sie hat stets frohen Mut, denn in ihr fließt närrisches Faschingsblut, habe auf der Glückwunschkarte zu Armins Silberhochzeit den Wunsch geäußert, im Jubiläumsjahr gemeinsam zu regieren. Die zwölfjährige Schülerin am Schlüchterner Ulrich-von-Hutten-Gymnasium hat als ihren Klassenkameraden Juan Stribrny als Kronprinz Juan I., gefragter Coolkeeper der SGF, bei dem kein Tor fällt, weil er seinen Kasten sauber hält, an ihrer Seite. Als Kindergockel und Kinderzofe vervollständigen Marvin Höbeler und Axinja Fehl die Nachwuchsregentenschar des KV Kikiriki. Während Juan und Marvin als Sitzungspräsident beziehungsweise Prinz und Gockel Faschingserfahrung sammelten, überlegen die beiden eng befreundeten Mädchen, ob sie seit sieben oder bereits seit acht Jahren in der Kindergarde Lollipops tanzen.
Offiziell eingeläutet wurde die Jubiläumskampagne des KV Kikiriki gestern Morgen pünktlich um 11.11 Uhr. Nach einem dreifachen „Kikiri...Ki“ der etwa 50 anwesenden Karnevalisten schritt Harry Sutchansky zur Tat und hisste die Vereinsflagge vor dem Gebäude. Um sicherzustellen, dass auch alles glatt läuft, wurde bereits 20 Minuten vorher die erste Sektflasche geöffnet.
Anders als in den Vorjahren fand das traditionelle Hähnchenessen mit Proklamation der Tollitäten gestern Abend nicht im Vereinsheim, sondern im Bürgerhaus statt. Der Grund: Es lagen zu viele Bestellungen für die im Backhaus knusprig gebackenen Flattermänner vor, als dass alle hungrigen Mäuler im Kikiriki-Heim Platz gefunden hätten. Siglinde Muth, die die Bestellungen aufgenommen hatte: „111 Hähnchen waren bis Mittwochabend bestellt, dann habe ich keine mehr entgegengenommen.“
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