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10. August 2012



Projekt „Mitfahrgelegenheit“ soll Busverbindungen ergänzen

Von Elisabeth Schmitt

mernes
Wer in Mernes wohnt und mobil sein will, braucht möglichst ein eigenes Fahrzeug, denn der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) deckt nur einen kleinen Teil des Bedarfs ab. Nun hat die „Ideenschmiede“ des Dorfes das Projekt Mitfahrgelegenheiten entwickelt.

Der öffentliche Nahverkehr ist eines der Themen, mit denen sich die Ideenschmiede des Dorfes immer wieder beschäftigte. Nur wenige Busse fahren am Tag nach Bad Soden-Salmünster, nach Bad Orb oder in den Jossgrund – und es gibt keine Möglichkeit, sonstwie mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu gelangen.

Auch der Ortsbeirat hat sich mehrfach mit dem Thema ÖPNV beschäftigt, doch er muss den offiziellen Dienstweg einhalten.  So hat das Gremium in einer Sitzung Ende 2011 angeregt, die Verbindung zum Bahnhof und speziell zu den Zügen in Richtung Frankfurt zu verbessern, also attraktiver zu gestalten. Zunächst wird zu diesem Zweck angestrebt, die bisher organisierten vier Fahrten pro Tag an die Regionalexpresszüge in Richtung Frankfurt zeitlich anzupassen. So könnte nach Meinung des Ortsbeirats die zur Zeit existierende Busverbindung nach Gelnhausen morgens um 6.08 Uhr über den Bahnhof Salmünster geführt und die Schulbusverbindung zur Henry-Harnischfeger-Schule in Salmünster für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden. „Damit würden im Idealfall täglich acht Verbindungen zwischen Mernes und Salmünster geschaffen werden, womit die Linie von Pendlern, Schülern weiterführender Schulen und für Arztbesuche genutzt werden könnte“, schreibt der Ortsbeirat in der örtlichenPostille „Dorfschelle“.

Einfach am richtigen Schild aufstellen

Für die „Ideenschmiede“ – Bürger aus Mernes, die sich als offene Gruppe regelmäßig treffen – über verschiedene Probleme und Fakten diskutieren und nach Lösungen suchen. Die Ideenschmieder hat auch die monatlich erscheinende „Dorfschelle“ ins Leben gerufen. Für sie ist die Verkehrsanbindung des Stadtteils Mernes  ein wichtiges Thema.
Nun hat die Gruppe unter Federführung von Jürgen Eyding die „Mitfahrgelegenheit“ ausgetüftelt. Damit sollen vor allem ältere Mitbürger ohne eigenes Fahrzeug, aber auch junge Leute eine einfache Gelegenheit erhalten, in benachbarte Ortschaften zu gelangen. Die Aktion wurde zu Beginn dieses Monats probeweise eingeführt.

In der Nähe der Ortsausgänge in Richtung Bad Soden-Salmünster und Jossgrund wurden jeweils zwei Schilder angebracht, die „BSS“ und „Bad Orb“ sowie „Jossgrund“ und „Bad Orb“ anzeigen. In der Salmünsterer Straße steht das Schild nach Bad Soden-Salmünster am Eingang des Grundstücks Ziegler etwasoberhalb der Bushaltestelle und das nach Bad Orb in der Nähe der Bushaltestelle.

In der Burgjosser Straße finden sich beide Schilder gegenüber dem Autohaus König: Das für Bad Orb ist am Hof Kistner, das für Jossgrund ein Stück weiter dorfeinwärts. „Wer mitgenommen werden möchte, möge sich an den Schildern aufstellen“, schreibt Jürgen Eyding in der aktuellen „Dorfschelle“, in der das Projekt auf örtlicher Ebene vorgestellt worden ist.

Die Ideenschmiede bittet die Autofahrer um Verständnis dafür, dass Jugendliche nach dem Einsteigen „ihre Eltern zur Beruhigung per SMS kurz über ihre Mitfahrgelegenheit informieren“. Ebenso verstehe es sich von selbst, dass „die Mitfahrer auf eigenes Risiko einsteigen“, heißt es weiter. An alle Beteiligten richtet sich die Bitte, die Warteplätze sauber zu halten.

In den ersten Tagen sei die Mitfahraktion seines Wissens einmal genutzt worden und das eher zufällig, erklärte Eyding auf Anfrage. Er ist aber zuversichtlich, dass das Projekt funktioniert, denn nach der Veröffentlichung wisse bald jeder Merneser Autofahrer Bescheid. Die Aktion verursache  keine Kosten, denn außer den Schildern („Die wurden gespendet ...“) war nichts weiter notwendig. Auch das Mitfahren soll kostenfrei sein.


Leser-Kommentare ( 6 )
  • Occupy (366) | 10. August 2012;10.08.2012;1344590702 --> 10 August 2012
    Merneser Maus

    Die Merneser Ideenschmiede kreißte und gebar eine Maus: Das gefährliche Fahren per Anhalter soll jetzt - natürlich auf eigene Gefahr! - legalisiert werden. Und es wird erneut die gedankliche Fehlgeburt aufgetischt, den Schulbussen zusätzliche Fahrgäste anhängen zu wollen: Beides Vorhaben, die man getrost unter "Fertz met Krükke" ablegen kann.

  • Joesser (15) | 10. August 2012;10.08.2012;1344626434 --> 10 August 2012
    "Fertz mit Krükke"

    Sicher ist es nicht die optimale Lösung, aber da unsere Politiker unfähig sind, auf dem Land für ordentliche Verkehrsverbindungen zu sorgen ist dieser Versuch doch besser als Nichts. Ich bin jedenfalls gerne bereit jemand mitzunehmen, wenn ich an den Stellen vorbeifahre.

  • Occupy (366) | 11. August 2012;11.08.2012;1344672678 --> 11 August 2012
    Im speziellen Falle Mernes...

    ...kommt ein weiteres Versagen der Politik hinzu - das Eingemeinden eines viel zu entfernt liegenden Dorfes in das Kunstgebilde BSS, dem seither dieses Anhängsel spürbar mehr als lästig ist. Deswegen sollte sich Mernes lieber an die ihm naheliegenden und freundlicher gesonnenen Orte wie Jossgrund und Orb halten, denn dort gehört es eigentlich hin und dazu. BSS hat weder Geld noch Interesse und lässt Mernes am ausgestreckten Arm verhungern!