Rettungswache Schlüchtern bezieht neues Domizil
Von Tim Bachmann
Schlüchtern
Die Rettungswache Schlüchtern des Deutschen Roten Kreuzes hat ihr neues Domizil in der Kurfürstenstraße bezogen. Am 28. April findet ein Tag der offenen Tür statt.
Nach fünf Jahren in der Interimsunterkunft, der ehemaligen Schwesternschule, ist die Rettungswache Schlüchtern nun in das ehemalige Ärztehaus umgezogen. „Schon vor vier Jahren wurden fünf Garagen nach unseren Vorgaben gebaut“, erklärt Michael Kronberg, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Gelnhausen. „Wir freuen uns über die neuen Räume. Allerdings ist das Ganze kein Selbstzweck. Dank des Umzugs haben wir unsere Ausrückzeiten weiter verbessert“, erläutert der Geschäftsführer.
Im Jahr 2011 rückte die Rettungswache Schlüchtern zu 2895 Notfällen aus. Das Team leistete 1107 Krankentransporte. Notarzteinsätze waren in 1127 Fällen erforderlich. „Es sind zwar nur rund 100 Meter Luftlinie, aber jetzt können wir innerhalb von nur einer Minute auf der Straße sein – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ein großer Vorteil, denn im Ernstfall zählt jede Sekunde“, sagt Kronberg. „Dazu ist es wichtig, die richtige Nummer zu wählen: Im Zweifelsfall immer die 112“, ergänzt Eugen Metzler, der Rettungsdienstleiter des DRK Gelnhausen-Schlüchtern. „Unsere Rettungswagen sind so stationiert, dass sie innerhalb von höchstens zehn Minuten am Einsatzort sein können. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man einen Rettungswagen rufen soll, können die Mitarbeiter der Leitstelle weiterhelfen – das Personal ist sehr gut geschult.“
Die vormalige Heimstätte der Rettungswache, in der Ludovica-von-Stumm-Straße, ist trotz des Umzuges nicht verwaist und bleibt Sitz des DRK-Kreisverbandes Schlüchtern: „Dort finden noch die Breitenausbildung und Kleiderspenden statt“, sagt Wachenleiter Manfred Schneider, der mit den neuen Räumen sehr zufrieden ist, denn: „Ob Funktions-, Bereitschafts-, Aufenthalts-, Umkleide- oder Ausbildungsräume – die neue Wache ist nicht nur schön, sondern vor allem funktional.“
Innerhalb einer Minute auf der Straße
Günther Seitz, der stellvertretende Amtsleiter des Gefahrenabwehrzentrums Main-Kinzig, war in die Planungen einbezogen: „Der Umzug ist ein wesentlicher Schritt nach vorne“, unterstreicht er. Ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug sind in Schlüchtern rund um die Uhr besetzt. Drei weitere Rettungswagen stehen zu unterschiedlichen Tageszeiten zusätzlich zur Verfügung. In der Schlüchterner Rettungswache arbeiten 26 Menschen. Davon fünf im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und zwei Auszubildende zum Rettungsassistenten. „Auch in diesem Jahr stellen wir wieder drei Azubis ein“, sagt der Geschäftsführer.
Wer die neue Rettungswache und die Fahrzeuge einmal genauer unter die Lupe nehmen möchte, hat am Tag der offenen Tür die Möglichkeit dazu. Eine sechs Meter hohe Kletterwand der Bergwacht Birstein verspricht Spaß für junge Besucher. Und sollte trotz Sicherung jemand abstürzen – kein Problem: die Rettungswache ist vor Ort.
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