SPD, Grüne und CDU: Massive Kritik an Alexander Noll
KN
Main-Kinzig
Die Äußerungen des FDP-Kreisvorsitzenden Alexander Noll haben für Empörung bei Grünen, SPD und CDU gesorgt – Noll hatte Bürgerinitiativen als Aktionismus bezeichnet. Jetzt schalten sich auch die Ärzte in die Debatte ein.
„Die Einlassungen von Herrn Noll zeigen deutlich, wie ignorant er sich über die Bürger-Beschwerden hinweg setzt“, kritisiert der Kreisvorstand der Grünen, Bernd Kraft. „Damit tritt er den Beweis an, dass sich die FDP immer sehr staatstragend verhält.“ Während der Fluglärm im Main-Kinzig-Kreis weiter zu nehme, so Kraft weiter, sehe er nur „scheinbares Handeln ohne jede Konsequenz.“ Er forderte die Landesregierung auf, verbindliche Lärmobergrenzen, eine überprüfbare Verpflichtung der Flugsicherung auf den Lärmschutz und bei Verstoß deutliche Sanktionen folgen zu lassen.
Der Hessische Landtagsabgeordnete Heinz Lotz (SPD) warf dem Liberalen Wortbruch vor und kritisierte: „Wenn Herr Noll schreibt, dass in der Zeit von 22 bis 6 Uhr nur 150 Flugzeuge, und in der Zeit von 23 bis 5 Uhr nur 17 fliegen, dann bedeutet das für die übrigen zwei Stunden ein Flugzeug alle 55 Sekunden. Herr Noll hat 2009 gegen das Nachtflug gestimmt. Heute propagiert er reines Obrigkeitsdenken.“
„Herr Noll sollte die Sorgen der Menschen ernst nehmen“, rät Peter Tauber (CDU). Der Bundestagsabgeordnete fordert von der Deutschen Flugsicherung (DFS) „die entlastenden Meter nach oben zu schaffen.“ Entsprechende Verfahren seien möglich, so Tauber, Kostengründe dürften nicht ausschlaggebend sein.
Auch die Ärzte der Region schalten sich derweil in die Debatte ein: „Unserer Ansicht nach nehmen die Belastungen nicht nur durch Lärm zu, sondern auch durch die Emissionen“, formulierte der Aufsichtsrat Ärztenetz Spessart einen offenen Brief. „Unter dem Lärm leiden insbesondere die Kinder.“
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