Schloss Ramholz erwacht wieder
Von Ulrich Schwind
Ramholz
Seit vier Jahren leitet der junge Freiherr Max von Kühlmann die Geschicke des Stummschen Schlossguts Ramholz im nunmehr 129. Jahr dessen Bestehens. Nun will er es zum Dienstleistungsbetrieb ausbauen.
Dem 39-jährigen Max von Kühlmann geht es bei seinen Plänen, das Stummsche Schlossgut Ramholz in einen Dienstleistungsbetrieb auszubauen, vor allem darum, Schloss, Park und Gutshof in seiner Gesamtheit als kulturelle und wirtschaftliche Einheit zu betrachten. In diesem Zusammenhang stehen auch Bemühungen eines Maklers, der in Kühlmanns Auftrag nach Käufern, Investoren oder Pächtern für die Anlage sucht.
„Der Wegfall der einst einträglichen Waldwirtschaft verlangt den rigorosen Umbau von der herrschaftlichen Gutswirtschaft zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb“, sagt der Schlossherr. Hauptsäule der Neuausrichtung soll die Aktivierung der Entwicklungspotenziale von Schloss Ramholz als Eventbühne und Kulturbetrieb sein. Im historischen Ambiente des 1893 bis 1895 unter dem Stahl-Baron Hugo von Stumm (1845-1910) errichteten Neuen Schlosses können künftig im Festsaal Hochzeiten und exklusive Feierlichkeiten abgehalten werden. Max von Kühlmann selbst will sich mit seinen Privaträumen im alten Teil des Gebäudes einrichten.
Eines der bedeutendsten Privatarchive
Im Mittelpunkt einer Kulturstiftung soll die Öffnung des Schlossarchivs für Forschung und Heimatkunde stehen. Das Freiherrlich von Kühlmann-Stummsche Archiv zählt zu den bedeutendsten Privatarchiven Deutschlands, was schon damit belegt ist, dass es in der Liste nationaler Kulturgüter steht. Kulturelle Veranstaltungen, Fortbildungsseminare sowie Führungen durch Schloss und Park können künftig direkt bei der Schlossakademie im Alten Schloss gebucht werden. Ein Jahresprogramm wird erstellt. Zudem sind zur Bestandserhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz und Parkanlagen über Jahre hinaus Instandhaltungsarbeiten erforderlich. Hierbei ist bodenständiges Handwerk der Region besonders gefragt, betont von Kühlmann.
Bisher unbekanntes Archivmaterial, welches die Wertigkeit des Denkmals Ramholz noch erhöhen wird, ist Inhalt wissenschaftlicher Publikationen, welche in Kürze erscheinen werden. „Wir erhoffen uns dadurch ein größeres Engagement des Landes Hessen, das Kulturdenkmal Schloss Ramholz als einmaliges Gesamtkunstwerk der Bergwinkelregion zu erhalten und die Bevölkerung durch vielfältige Veranstaltungen am Schloss- sowie Parkerlebnis teilhaben zu lassen“, erklärt der Freiherr.
Bereits vom 17. bis 20. Mai findet anlässlich der Wiedereröffnung des großen Schlossparks ein exklusives Gartenfest zum Thema „Garden, Home und Lifestyle“ im Ambiente des Ramholzer Schlossgartens statt. Die Familie von Kühlmann bedankt sich beim Förderkreis Schlosspark Ramholz für die langjährige Pflege des Parks. Unter der Leitung von Landschaftsarchitekt Dr. Hans Dorn aus Elm wurde im Herbst die Verkehrssicherheit im Park wiederhergestellt. Über 15 Jahre lang hat sich der Verein um die Pflege des bedeutsamen englischen Landschaftsparkes verdient gemacht. Auch dem Rhönklub Elm dankt der Schlossherr für seine Unterstützung.
Die schon lange überfällige Sanierung des ebenfalls denkmalgeschützten Gutshofes soll in diesem Jahr zunächst mit der Restaurierung des gut erhaltenen Pferdestalls beginnen. In den sieben Boxen sollen nach der Sanierung Pensionspferde für die Eröffnung des Ramholzer Reit- und Fahrbetriebes eingestellt werden. Zu den weiteren Projekten zählt die Einrichtung einer Touristinformation mit Souvenir-Shop und der Umbau des alten Inspektorhauses im Haupttrakt zu einem Domizil für Reiterferien. Freiherr von Kühlmann verspricht sich von Investitionen dieser Art mit der berühmten Huttenburg „Steckelsberg“ als Wanderziel und dem Kulturmagnet Schloss eine Ankurbelung der Tourismusbranche.
Leser-Kommentare ( 1 )
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The_Omniscient (15) | 11. February 2012;11.02.2012;1328974585 --> 11 Februar 2012
Neuausrichtung im 21. Jahrhundert
Es ist schön zu lesen, welche Pläne für das Ramholzer Schloss stehen. Diese zeigen, wie sinnvoll man heutzutage das Schloss nutzen kann und welche Bereicherung es für den Bergwinkel und seine Touristen bieten wird. Ich freue mich auf die erste Führung durch das Gebäude und wünsche dem Inhaber viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Vorhaben!








