Schulstreit-Mediator Eberhardt Luft zu Besuch an Hans-Elm-Schule
Von Walter Dörr
Altengronau
Die Hans-Elm-Schule (HES) in Altengronau ist nicht von der Schließung bedroht, aber eine Umorganisation der Bildungslandschaft könnte schwerwiegende Folgen für die pädagogische Arbeit nach sich ziehen.
Das wurde bei einem Ortstermin von Eberhardt Luft deutlich. Mediator Eberhardt Luft, war am Mittwochabend in der Hans-Elm-Schule zu Gast, um nach „der ziemlich heftigen Diskussion“ über die Schulschließungen im Schulentwicklungsplan das Gespräch mit Vertretern der Schule, Elternbeirat, Personalrat, Ortsbeirat und den Kindergärten aus Altengronau und Schwarzenfels zu sprechen. Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) und Sachbearbeiter Uwe Ziegler waren ebenso dabei wie die Leiterin der Schulentwicklungsplanung im Amt 65 des Main-Kinzig-Kreises, Monika Heck.
Rektorin Susanne Glück beschrieb ausführlich die aktuelle Situation an ihrer Schule und mögliche Auswirkungen von Grundschulschließungen. Am Standort sei es ruhig, und es gebe keine Demonstrationen. Daher sei es unverständlich, warum die HES in das Mediationsverfahren integriert sei, sagte Glück. Die pädagogische Arbeit werde unter anderem dadurch eingeschränkt, dass Lehrkräfte an anderen Schulen unterrichten müssten.
Trotz des großen Einzugsgebietes funktionierten die Busverbindungen seit den Nahverkehrsänderungen im Jahr 2006 optimal. Weiter führte die Rektorin an, dass in der ersten Ganztagsschule des Bergwinkels bis zur achten Klasse fast 70 Prozent das freiwillige Kursangebot nutzten. Zertifikate bescheinigten die Angebotsvielfalt der Altengronauer Schule. „Auch Kinder mit Gymnasialempfehlung bleiben trotzdem bei uns,“ wusste die Schulleiterin. Zuwächse verzeichne die HES vor allem aus Schlüchtern und Brückenau. Glück bemängelte, dass Sinntaler oft nach Schlüchtern tendierten.
Dass die Grundschulen gute Arbeit leisteten, bestätigte Eberhard Luft. Er fragte jedoch, ob es eventuell bessere Lösungen gebe. Wenn die Bildungslandschaft nicht auf Dauer in ein tragfähiges System verwandelt werde, stelle sich in vier Jahren das gleiche Problem wieder. „Die Grundschule braucht mehr Angebote als lesen, schreiben und rechnen,“ so Luft, der über eine Sinntaler Gesamtlösung dachte über eine Sinntaler Gesamtlösung nachdachte.
7000 Sinntaler im Jahr 2030
Auf Lufts Bitte hin erklärte Bürgermeister Ullrich, dass die Einwohnerzahlen in der Gemeinde Sinntal zurückgegangen seien. Besonders die Bis 2030 würden sich die Sinntaler auf 7000 reduzieren. „Das ist der Grund, warum wir uns treffen,“ so der Bürgermeister. Derzeit sichere Orte seien nach 2017 vielleicht nicht mehr sicher. Die Schülerströme seien von zentraler Bedeutung, deswegen sei die HES in die Mediation eingebunden, erläuterte Luft und hob hervor, dass die Mediation eine Chance darstelle. Erstaunlich erschien es ihm, dass die Schwarzenfelser seit Jahrzehnten am Schulstandort Mottgers vorbei nach Altengronau gefahren würden.
Der Schülerfluss könne durch ein größeres „Wir“-Gefühl der Sinntaler beeinflusst werden, fand Rektorin Glück. „Wir sind nicht besser oder schlechter als andere Schulen und seit vielen Jahren haben alle Schüler den Abschluss erreicht, viele sogar einen qualifizierten Abschluss,“ so Glück. Der wirtschaftliche Aspekt sei nicht der zentralste bei der Neuorganisation der Bildungslandschaft, sagte Luft. Luft dankte für eine gute Atmosphäre und die Gespräche. Er habe viele Aspekte gehört und es gelte letztlich, die „Kanten rauszukriegen“.
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