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17. September 2012



Schwimmaktion zum Erhalt des Hallenbades

Von Sarah Schleich

Salmünster
Um die Kleinschwimmhalle in Salmünster zu erhalten, haben der Turnverein Salmünster und die DLRG-Ortsgruppe gemeinsam mit der Tauchschule Euler und Siemon (Wächtersbach) eine Schwimmaktion gestartet.

Zahlreiche Menschen tummelten sich im Becken und am Rand. „Rettet die Kleinschwimmhalle“, hieß es am Samstagvormittag in Salmünster. Bei der Schwimmaktion versammelten sich Groß und Klein, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Während einige Besucher sich das Spektakel vom Beckenrand aus anschauten, vergnügten sich DLRG-Schwimmer, Kursteilnehmer und Freizeitschwimmer im Wasser.
Sie alle kämpfen für den Erhalt des Hallenbades, das das einzige Sportbecken im Umkreis von 20 Kilometern sei. Seit Jahren ist das Gebäude sanierungsbedürftig. Mitte August votierten die Stadtverordneten im Grundsatz für eine Sanierung. Zusätzlich zu den Zuschüssen von Land und Kreis muss auch die Kurstadt Geld für Investitions- sowie vor allem für Folgekosten aufbringen. Hierfür müssten laut Magistrat vor allem die Hebesätze der Grundsteuer angehoben werden.

„Ausbildung kaum möglich“

Dessen Alternativvorschlag sieht den Neubau zweier Becken der Größe 12,5 mal 6 Meter neben dem Kurbad in Soden vor, wovon eines dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehe. Das Becken in Salmünster ist mit 25 mal 10 Metern fast viermal so groß.

Im Wortlaut
In der Debatte um den Erhalt der Kleinschwimmhalle in Salmünster haben die vier Stadtverordneten Stefan Ziegler, Roland Parthey, Matthias Marx und Nils Lieberknecht (alle SPD) Finanzierungsbedenken geäußert und dabei unter anderem erklärt, dass sich die im Hallenbad tätige Tauchschule Euler und Siemon aus Wächtersbach hier nicht einzumischen habe. Stephan Siemon hat am Wochenende mit einem Offenen Brief reagiert, den wir in Auszügen wörtlich wiedergeben:

„Sie versuchen, einen Keil zwischen die verschiedenen Interessengruppen zu treiben, die sich für den Erhalt der Halle einsetzen. (...) Ein sehr durchsichtiger Versuch. Es scheint Ihnen – was ich bei gewählten Volksvertretern für recht bedenklich halte – an ganz grundlegenden Rechtskenntnissen zu mangeln. Jeder in unserem Lande hat das Recht, sich zu Themen zu äußern, wenn er es für richtig hält. Das Ganze nennt sich Meinungsfreiheit (...) und ist keinesfalls davon abhängig, ob man in Bad Soden-Salmünster Gewerbesteuer zahlt. Schon seit Jahren führen meine Tauchlehrer und ich in der Kleinschwimmhalle ,Non-Profit-Projekte‘ mit Schülergruppen der Henry-Harnischfeger-Schule durch, bei denen lediglich die Sachkosten von den Eltern getragen werden müssen. Solche Dinge fordern großen Einsatz: Sowohl von meinem Tauchlehrer-Team, das hier noch nicht einmal eine Aufwandsentschädigung fordert, als auch von den verantwortlichen Lehrern in der Schule, den Mitarbeitern des Turnvereins (...) und nicht zuletzt von den Sportkameraden der DLRG und Wasserwacht. Der pädagogische Wert dürfte auf der Hand liegen. Einige der Schüler sind nach den Projekten bereits zum DLRG gewechselt. Bevor Sie wieder (...) in Unkenntnis der Zusammenhänge und Sachverhalte anderen Menschen das Recht absprechen, ihre Meinung zu sagen: Informieren Sie sich vorher ausreichend.“ / KN

Der Vereins- und Schulschwimmsport wäre in dem neuen Becken kaum durchführbar, meinte Andreas Hummel als Chef der DLRG-Ortsgruppe. Deshalb mache sich diese mit anderen für das Hallenbad und dessen Instandsetzung stark. Aus diesem Grund gab es am Samstag auch eine Unterwasser-Pressekonferenz für regionale Medien.
Für die Teilnehmer ging es unter Anleitung der Tauchschule Euler und Siemon, die die Halle für Trainingszwecke nutzt, auf den Beckengrund. Dort wurde mittels Schrifttafeln über die Situation informiert. Dabei wurde deutlich gemacht, dass vom Erhalt der Halle die Schwimmausbildung abhänge. 20 Schwimmkurse fänden pro Jahr statt, in denen Kinder beim Seepferdchen-Abzeichen Sicherheit im Wasser erlangten.

Auch die Ausbildung der Rettungsschwimmer der DLRG-Gruppe sowie der Wasserwacht Birstein hätten bislang in der Schwimmhalle stattgefunden. Überdies fänden in dem großen Becken regelmäßig Lehrgänge der Tauchschule statt. Auch der Sportkindergarten profitiere von der Nähe zum Hallenbad, das ausreichend Platz für die genannten Aktivitäten biete. „Ohne eine geeignete Sportschwimmhalle bleibt die Ausbildung auf der Strecke“, erklärte Andrea Euler mit Blick auf das Alternativangebot in Soden. Das Tauchen wäre dort bei einer Tiefe von 1,40 Metern „nicht mehr drin“. Der Anteil der unsicheren oder Nicht-Schwimmer liege derzeit im Einzugsgebiet bei 35 Prozent. Die Schließung des Bades würde dazu führen, dass dieser Anteil steige. Die Sorge bei der DLRG: „Ohne geeignete Trainingsmöglichkeit kann kein Nachwuchs gewonnen werden, was langfristig zu einer Auflösung der Ortsgruppe führt“, so Andreas Hummel.


Leser-Kommentare ( 1 )
  • Occupy (366) | 17. September 2012;17.09.2012;1347867435 --> 17 September 2012
    Wasserschaden

    Das voreilige Vorauskommando der SPD verlangt Maulkörbe für Abrisskritiker von außerorts, die innerörtlichen Gegner hoffen sie allein mundtot zu kriegen: Dabei hätten die Genossen besser geschwiegen, denn sie tragen Mitverantwortung für peinliche politische Pleiten und Pannen in BSS in Vergangenheit und Gegenwart. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht auch noch die Zukunft total vermasseln.