Fulda +28°/+14°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
6. September 2011



Stadt verzichtet auf Kauf der Synagoge

Von Steffen Reith

Schlüchtern
Das war es wohl mit Kino in der ehemaligen Schlüchterner Synagoge. Bereits gestern Nachmittag gab der Trägerverein des Kulturkinos (Kuki) bekannt, dass man auf die Synagoge als Aufführungsort verzichtet. Die Stadt wird das Gebäude nun nicht kaufen.

Dies beschlossen die Stadtverordneten angesichts der neuen Entwicklung gestern Abend während ihrer Sitzung einstimmig. Damit dürften Filmvorführungen in der ehemaligen Synagoge endgültig Geschichte sein.
„Wir müssen leider schweren Herzens Abstand von der Synagoge nehmen und können derzeit dort keinen Kinobetrieb anbieten“, heißt es in einer Stellungnahme des Kuki-Teams (Vorstand und Event-Management).
Nach langen und intensiven Diskussionen habe der Verein entschieden, sich zukünftig verstärkt auf die Medienarbeit – auch in Zusammenarbeit mit den Schulen – zu konzentrieren, heißt es in der Stellungnahme.

Mit dem Kuki-Zelt habe man eine gute Basis gefunden, auf der man auch zukünftig aufbauen könne. Der Kuki-Verein begründet seinen Rückzug aus der Synagoge unter anderem mit Personalmangel: „Auch bei Kuki finden sich, wie in anderen Vereinen, nicht mehr genügend Personen, die ehrenamtlich das Büro des Kinos einschließlich Vorbereitung des Kinobetriebs und Werbung qualifiziert aufrecht erhalten können.“ Außerdem hätten die Vorschläge, einen zweiten Kinosaal zu schaffen, nicht umgesetzt werden können. „Ein Kino mit der Betriebsgröße von nur einem Saal in der Synagoge wäre nicht in der Lage, mit diesen Erlösen aus den Tickets und Zuschüssen seine monatlichen entstehenden Fix-Kosten zu decken.“

Der Verein wolle nicht unnötige Kosten für die Bürger der Stadt Schlüchtern entstehen lassen, indem die Stadt die Synagoge kaufe – zumal es auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mache, in nur einem einzigen Raum Kino anbieten zu können. Die vom Verein besorgte Summe in Höhe von 200 000 Euro von bereits zugeteilter Fördergelder der Filmförderanstalt in Berlin einschließlich der Eigenmittel des Vereins hätten ab 2010 eingesetzt werden können. Sie sollten für den Ausbau einer Kino- und Theater-Lounge im Erdgeschoss verwendet werden. Nun sei die Abruffrist abgelaufen und diese Mittel stünden dem Verein nicht mehr zur Verfügung. Laut Stellungnahme möchte Kuki die Zeit bis zum nächsten Frühjahr nutzen, um sich personell zu verstärken und neue Ideen für ein Kino der Zukunft zu sammeln.



Leser-Kommentare ( 1 )
  • Fuzzy (54) | 8. September 2011;08.09.2011;1315494413 --> 08 September 2011
    Glück gehabt

    haben alle Schlüchterner, dass das Millionengrab Synagoge noch einmal an ihnen vorbei gegangen ist. Neulich war zu lesen, dass der Umsatz der Videotheken sich halbiert hat, weil die Kunden vermehrt Filme über das Internet mieten. diese Tendenz wird sich auch bei Kinos zukündtig verstärkt bemerkbar machen. Die Entscheidung der Stadtverordneten war daher ein Schritt in die richtige Richtung.