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28. Juli 2012



Standort für Weitzel-Denkmal steht fest

Von Andreas Ungermann

Schlüchtern
Das neue Weitzeldenkmal nach dem Entwurf des Schlitzer Künstlers Dr. Ulrich Barnickel steht seit 24. Februar im Schlüchterner Rathaus. Nun aber soll es ganz schnell gehen und die Skulptur auf der Verkehrsinsel Wassergasse/Krämerstraße aufgestellt werden. Dies sorgt für neuerliche Irritationen.

„Es ist der optimale Standort. Dann steht der Herr Weitzel nämlich in Blickrichtung zu seinem Elternhaus, das in der Krämerstraße gewesen sein soll“, konstatiert Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD). Wenn es nach ihm geht, dann könnte die von Ulrich Barnickel geschaffene Skulptur bereits zum Weitzelfest am 4. und 5. August dort stehen. Am kommenden Mittwoch soll der Magistrat die Auftragsvergabe für das Fundament beschließen.

Für den Standort hat sich das Gremium in Absprache mit dem Künstler entschieden. Der habe die Edelstahlskulptur auch für diese Stelle konzipiert, erläutert Fritzsch und ergänzt: „Auch die Neugestaltung der Verkehrsregelung und die damit verbundenen Beruhigungen sprechen für die Ortswahl. Dann nämlich werden Betrachter nicht mehr durch Autos beeinträchtigt.“ Zwar habe der Magistrat auch andere Standorte in Erwägung gezogen, etwa vor dem alten Rathaus oder auf der Wiese vor dem Friedhof. Letzteres aber schließt Fritzsch kategorisch aus: „Der Weitzel gehört in die Stadt“, macht der Rathauschef klar.

„Vorgehen abenteuerlich“

Ganz und gar nicht klar ist indes Ortsvorsteher Wolf-Dieter Rothmaler, warum der Ortsbeirat Innenstadt in dieser Sache erst in dieser Woche informiert wurde. „Ja, es ist richtig, dass ich als Ortsvorsteher die Entscheidung in die Hände des Magistrats gelegt habe. Der Ortsbeirat hat keine Empfehlung ausgesprochen. Wie auch?“, sagt Rothmaler. In der Kürze der Zeit – gerade in den Ferien – habe er keine Sitzung des Gremiums einberufen können. „Wann hätte die denn sein sollen? Am Sonntag vor der Kirche?“, fragt Rothmaler und bemängelt, dass der Ortsbeirat erneut nicht ernsthaft angehört worden sei. „Es ist traurig, dass wir offenbar gar keine Rolle mehr spielen. Und das Vorgehen des Magistrats ist mehr als abenteuerlich“, schimpft der Ortsvorsteher. De facto sei also keine Mehrheitsentscheidung getroffen worden. „Die Meinungen innerhalb des Ortsbeirates über den Standort gehen auseinander von ,gern‘ bis ,fürchterlich‘ “, erläutert Rothmaler, der das Werk als „Magistratsdenkmal“ tituliert.

Rothmalers Verstimmung ist nicht die erste in der Denkmaldebatte. Bereits der Entwurf war umstritten. Zahlreiche Spender – immerhin 27 000 Euro kamen zusammen – wollten lieber den Sandsteinobelisken restauriert sehen. Für eine Konservierung dieses Denkmals wird der Steinmetz-Betrieb Malter sorgen. Im Zuge dessen soll auch über einen Abguss der Steintafeln entschieden werden. Statt einer erklärenden Stele soll neben der Skulptur eine Tafel auf Weitzel verweisen.


Leser-Kommentare ( 2 )
  • Occupy (366) | 28. July 2012;28.07.2012;1343475248 --> 28 Juli 2012
    Ist das Kunst oder kann das weg?

    Stadtvater Fritzsch will also allen Ernstes seine "Blechdosenarmee" aufstellen: Sollen damit etwaige Touristen vergrault werden oder will er beweisen, wie tolerant die Schlüchterner sind? Arme Plänemächer, die sich das gefallen lassen müssen. Aber vielleicht wird es ja - wie es auch schon diversen Beuys´schen Werken geschah - einfach mal sorglos entsorgt.

  • Steve (1) | 30. July 2012;30.07.2012;1343654464 --> 30 Juli 2012
    "schöne" Kunst

    Der Blech-Weitzel sieht schlimm aus. Ein verstörtes Kind, das sich loszureißen versucht aber von einem großen, bösen Mann festgehalten wird, der mit einer großen Brezel zum finalen Schlag ausholt. Wen wollen wir denn damit vertreiben ???