Ein Versprechen für den jungen Kaiser
SCHLÜCHTERN Mit den Themen Alter, Lebenserwartung und der für die Ausübung des Bürgermeisteramtes zur Verfügung stehenden Jahre sorgten die Kandidaten mehrfach für Heiterkeit.
Reinhold Baier ist 58 und strebt zwei Amtszeiten als Rathauschef an. Sind diese 2022 abgelaufen, kann der Hohenzeller mit 70 Lenzen in Pension gehen. Amtsinhaber Falko Fritzsch ist zwar bereits 61. Doch auch er kann sich 2016 noch einmal zur Wahl stellen. „Nach drei Jahren, mit 71 ist dann aber endgültig Schluss – in einem für Papst-Verhältnisse noch jungem Alter“, fügte der Herolzer an und hatte die Lacher im Publikum auf seiner Seite. Patrick Ommert legte noch einen drauf: „Da kann ich fast 100 Jahre Bürgermeister bleiben“, meinte der 30-Jährige. Der Grund für diese mutige Aussage: Reinhold Baier hatte eine Studie zitiert, wonach die Lebenserwartung eines Menschen auf 120 Jahre steigen werde.
Zunächst gilt es für alle drei Kandidaten aber, den 30. Mai 2010 auf einen der ersten beiden Plätze zu überstehen. So mutig sie ihr eigenes Pensionsalter in die Zukunft geschoben hatten, so zurückhaltend agierten sie nun auf die Frage nach dem Wahlausgang. „Wenn ich das wüsste, wäre ich ein Hellseher“, meinte Baier, während Fritzsch „über Wahlausgänge nicht spekuliert und die Entscheidung in die Hand der Wähler legt“. Und Ommert: „Wir haben uns präsentiert, Sie haben die Qual der Wahl.“
Diese Feststellung galt nicht für jeden im Saal, wie sich in der Fragerunde zeigte. Lars Peter Kaiser – frühestens bei der Bürgermeisterwahl 2022 wahlberechtigt – ließ sich auch durch wiederholtes Eingreifen von Moderator Steffen Reith nicht beirren und sorgte mit seiner gebetsmühlenartig wiederholten Aussage für Erheiterung im Saal: „Wir haben gute Erfahrungen mit Falko Fritzsch gemacht. Jeder Bürgermeister macht manchmal einen Fehler“, betonte der Dreikäsehoch, um auf die Aufforderung, eine Frage zu stellen, zu kontern: „Warum sollen wir einen anderen wählen?“ Nach einer solch intensiven Unterstützung kam der so Gelobte nicht umhin, dem jungen Kaiser eine Belohnung zu versprechen. Von dieser dürfte abhängen, ob der Junge auch 2016 wieder fragt: „Warum sollen wir einen anderen wählen?“ Wen er dann meinen wird, das wissen derzeit nur Hellseher.
Von unserem Redaktionsmitglied
Walter Kreuzer
- Schlagworte:
- Studie
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