Unbekannte schlachten Schaf mit langem Brotmesser ab
Von Andreas Ungermann
Sannerz
Unbekannte Täter haben in Sannerz ein Schaf auf einer Weide abgeschlachtet. Bereits im vorigen Oktober ist dort eine Ziege erschossen worden.
Es ist bereits das zweite Mal, dass eine Sannerzer Tierhalterin eines ihrer Tiere auf ihre Weide am Rande ihres Heimatortes vorfindet. Dieses Mal ist es ein Schaf, das in der Zeit von Mittwoch, 23. Mai, um 12 Uhr bis Donnerstag, 24. Mai, um 14 Uhr abgestochen worden sein muss. Dies bestätigte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen auf Anfrage.
Die Frau berichtet von Stichverletzungen im Brustbereich und am Rücken des Tieres. Dort habe auch noch ein Teil eines abgebrochenen großen Brotmessers gesteckt. Die Schafhalterin spricht von einem „regelrechten Abschlachten“. Das Tier sei anschließend wohl „von der Weide in den Graben geworfen worden“, erläutert die Frau. Denn in einem Graben neben der Wiese im Sannerzer Akazienweg hinter der Schreinerei des Jugendhilfezentrums Don Bosco, hat sie das Schaf gefunden. Die 14 übrigen Tiere der Herde blieben unversehrt.
Die Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat das zuständige Kommissariat 23 der Kriminalpolizei in Hanau aufgenommen. Laut einem Polizeisprechers ist das Tier mit einem großen spitzen Gegenstand erstochen worden. „Wir prüfen auch Zusammenhänge mit einer weiteren Tat im Oktober“, erklärt er.
Im Herbst war auf der gleichen Weide eine Ziege der Rasse Bunte Deutsche Edelziege getötet worden. Über die Wahrscheinlichkeit einer Verbindung wollte die Polizei allerdings vorerst nicht spekulieren. Bei der früheren Tat, die sich am Abend des 15. Oktober, ein Samstag, gegen 20.45 Uhr ereignet hat, war ein Kleinkalibergewehr als Tatwaffe benutzt worden. Die Ziege – eine von damals sechs – hatte einen Durchschuss im Halsbereich erlitten und war in den Armen der Halterin verendet. Diese hatte wie mehrere Zeugen den Schuss gehört und daraufhin das Tier nahe eines Unterstandes auf der Weide entdeckt.
Nach Angaben der Ordnungshüter waren dies bislang die einzigen Taten dieser Art in Sannerz und Umgebung. Dass es eine Häufung ähnlicher Taten in der Region gegeben haben soll, ist der Polizei nicht bekannt. „Das Ganze hier ist schon etwas seltsam. Zwar kommt es gelegentlich vor, dass Tiere getötet werden, aber meistens nehmen die Täter ihre Beute dann mit. Generell geht es ihnen nämlich um die Fleischverwertung“, so der Polizeisprecher.
Sachdienliche Hinweise zu diesem Fall nimmt die Polizeistation Schlüchtern unter der Rufnummer (06661) 96100 entgegen.
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