Tornado verursacht Millionenschäden
SCHLÜCHTERN Ein kurzes, heftiges Unwetter hat am Montagabend für verheerende Schäden in Schlüchtern gesorgt. Dabei hat ein Tornado eine Schneise der Verwüstung hinterlassen (Aktualisiert; Fotostrecke) .
Genauso heftig, wie die Wetterfront über das Land zog, genauso kurz dauerte der ganze Spuk auch: Gegen 19.30 Uhr wurde der Himmel erst kohlrabenschwarz, und dann drehte Petrus den Schlauch auf – aber richtig. Das Wasser floss in Bächen die Straßen hinab. Was an den Vordächern der Geschäfte hinunterfloss, erinnerte an Wasserfälle in Spaßbädern. Nach Angaben der Feuerwehr hat ein Experte sogar von einem Tornado der Stufe 1 gesprochen.
Für Feuerwehr und Polizei war es am Abend zu früh, um eine Bilanz zu ziehen, aber schon jetzt ist klar: Die Dachdecker des Bergwinkels dürften in den nächsten Tagen gut zu tun haben. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen, so die Feuerwehr. Viele Dachziegel gingen zu Boden, Keller liefen voll, Autos wurden durch herumfliegende Äste oder andere Gegenstände beschädigt. Besonders schwer ist das Gerätehaus der Feuerwehr Schlüchtern betroffen: Der Sturm deckte große Teile des Daches ab und schleuderte diese auf die geparkten Pkw der Einsatzkräfte. 27 Autos wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt und haben teilweise nur noch Schrottwert. Die Feuerwehrleute selbst hatten keine Chance, etwas dagegen zu tun – sie waren gerade auf dem Rückweg von einem Einsatz in einer Schlüchterner Schreinerei.
Kreisbrandinspektor Markus Busanni sprach am späten Abend von 35 größeren Einsätzen, die die rund 250 Kräfte aller städtischer Wehren sowie des THW Steinau und Bad Orb absolviert hatten. „Aber da kommen noch mehr dazu“, sagte Busanni. Das Gefahrenabwehrzentrum in Gelnhausen meldete, dass das Unwetter in keiner Stadt des Landkreises so schlimm gewütet hat wie in Schlüchtern.
juw/tk
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