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22. Februar 2012



Verein "Kunterbuntes Kinderzelt" hilft rumänischen Kindern

Von Walter Dörr

Wallroth
Auf die erfolgreiche Arbeit des Hilfswerkes „Das kunterbunte Kinderzelt“ blickte Vorsitzender Bernd Druschel beim Forumstreffen in Wallroth zurück.

Zwei große dunkelbraune, leuchtende Augen blicken mich an. Nur kurz sieht das kleine Mädchen mit dem schwarzen Haarschopf mich, den ihr unbekannten Mann, reserviert an, und nach kurzen Worten ihrer Mutter auf Rumänisch lächelt sie und streckt mir freundlich ihre Hand entgegen. Das Mädchen ist die neunjährige Maria aus Gheorgheni/Rumänien, die der Vollmerzer Verein „Das kunterbunte Kinderzelt“ im Dezember per Malteser-Ambulanzjet nach Deutschland ausgeflogen hat.

Maria hatte einen lebensbedrohlichen Darmverschluss, Infektionen im Bauchraum und Abszesse, Herz- und Kreislaufstillstände. Von den Ärzten vor Ort war sie schon aufgegeben worden. Bernd Druschel und seinen Mitarbeitern gelang es, dass das Romamädchen, das es in offiziellen Melderegistern nicht gab, ausreisen durfte, um im Universitätsklinikum Marburg operiert zu werden.

„Maria ist außer Lebensgefahr“, diese Botschaft erleichterte nicht nur die Verantwortlichen des Vereins, sondern auch die Spender von über 27.000 Euro. Wenige Tage vor dem Forumstreffen im Landgasthof Druschel in Wallroth wurde Maria aus dem Klinikum entlassen und tollte quietschfidel im Saal herum. Emotional gerührt erzählte Druschel die Leidensgeschichte Marias.

Drei gerettete Kinder

Beim Treffen war ein kleiner Junge anwesend, der ohne das kunterbunte Kinderzelt wohl nicht mehr leben würde: Roland Kalusi. Auch er war von rumänischen Ärzten aufgegeben worden, als das Hilfswerk 2009 ausflog und nach Marburg brachte. Der damals Dreijährige litt an einem schweren Tumor der die Luftröhre abdrückte. Acht Operationen ertrug „Rolli“. Mit seinen glücklichen Eltern Lorand und Ramona und dem zweieinhalbjährigen Bruder bereicherte er den Abend.

Keine Lebensbedrohung, aber eine lebenslange Entstellung nach einem Pferdetritt drohte dem elfjährigen Sorgenkind Josef „Joschi“ Gabor. Im Sankt-Josefs-Hospital in Hagen ermöglichte der Verein dem rumänischen Jungen eine Operation. Drei gerettete Kinder würden eine Leidenschaft entwickeln und die Helfer im Kunterbunten Kinderzelt anheizen, so Druschel.

131 Veranstaltungen hat der Verein organisiert. Tausende Kinder seien geschminkt worden, eine Profi-Popcornmaschine sei begehrt, Hüpfburgen bevölkert und neuerdings gebe es eine Bobbycarbahn, erläuterte Druschel im Jahresrückblick. Stolz 80 Tonnen Hilfsgüter
zeigte er sich über die Anerkennung als Träger-Dachverband der freien Jugendhilfe im Main-Kinzig-Kreis. Das Motto „Freude bereiten – Not begegnen“ erfüllten die ehrenamtlichen Helfer und Sponsoren, die die Kindertagesstätte „Kindernestchen“ in Balan finanziell tragen.

Von der Knuddelmaus Lillebi über das „Spessartkruste“-Brot bis zum Spendenlauf reichen die Aktivitäten. 80 Tonnen Hilfsgüter transportierte der Verein 2011 nach Rumänien, über 4000 Weihnachtspäckchen und erstmals 1500 Wolldecken. „Wir sind ein kleines Hilfswerk, haben aber Großes geleistet“, zeigte sich Druschel dankbar und stolz.



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