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21. April 2010



Kuki: Stadt will ehemalige Synagoge kaufen

SCHLÜCHTERN Das Schlüchterner Kuki-Kino steht offenbar vor der Rettung. Der Magistrat schlägt den Kauf der ehemaligen Synagoge vor. In dem Gebäude will die Stadt künftig das Kulturhaus Synagoge in eigener Regie betreiben.

Das Engagement für das historisch bedeutsame Gebäude und den Erhalt des vom Kuki-Verein betriebenen Kulturkinos wird die hoch verschuldete Bergwinkelstadt 600.000 Euro kosten. Die Hälfte geht in die Sanierung von Dach, Heizung, Lüftung und Sanitäreinrichtungen sowie in den Brandschutz. Der Kaufpreis für das Anwesen schlägt mit ebenfalls 300.000 Euro zu Buche. Mit Eigentümer Heinrich Heil wurde offenbar eine Ratenzahlung vereinbart. Die Finanzierung soll über Zuschüsse aus dem Regionalen Entwicklungskonzept (Leader-Förderregion) – maximal 150.000 Euro – sowie über neue Kredite erfolgen. Letztere müssen von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Da aber abzusehen ist, dass Fördermittel fließen, sollte dies angesichts der geübten Praxis kein Problem sein.

Am Donnerstag (17 Uhr, Rathaus) wird sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einer Magistratsvorlage zu dem Thema befassen. Am Montag (19 Uhr, Stadthalle) muss dann das Plenum des Stadtparlamentes einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Aussagen der Fraktionen in der monatelangen Diskussion des vergangenen Herbstes als Grundlage genommen, ist davon auszugehen, dass die Vorlage auf breite Zustimmung stoßen wird.

Mietvertrag nur bis Ende Juni


Im Gegensatz zu 2009 gingen die jüngsten Gespräche gänzlich geräuschlos über die Bühne. Das Regionalmanagement Spessartregional – Verband zur Entwicklung des hessischen Spessarts, Jossgrund hatte die Leitung übernommen. Gemeinsam mit dem Kuki-Verein, der Regionalförderung des Kreises sowie der Stadt wurde eine „Neukonzeption der Nutzung der ehemaligen Synagoge als Kulturhaus mit dem Ziel der Beantragung von Fördermitteln aus dem Leader-Programm“ erarbeitet. Der Antrag soll gestellt werden, sobald die Stadtverordneten zugestimmt haben.

Falko Fritzsch (SPD) wollte am Mittwoch „erst einmal nichts sagen, um den Gremien nicht vorzugreifen“, erhofft sich aber eine „breite Zustimmung“. In der Begründung zur Magistratsvorlage heißt es: „Die Stadt stellt das Kulturhaus Synagoge den verschiedenen kulturell Schaffenden und kulturellen Gruppen, unter anderem dem Kuki Schlüchtern, unter städtischer Verwaltung zur Verfügung.“ Zu diesem Zweck soll mit dem Kuki-Verein eine Kooperationsvereinbarung über die zukünftige Nutzung „sowie die Einbringung von Ausstattung und deren Förderung gemäß dem Vorentwurf der Gruppe Bauart vom Februar“ (Bewilligungsbescheide Filmförderung) abgeschlossen werden. Voraussetzung für die Beantragung der Fördermittel ist demnach die Klärung der Eigentumsverhältnisse. Diese ist aus einem zweiten in der vorlage genannten Grund dringlich: „Das bestehende Mietverhältnis endet definitiv am 30. Juni 2010.“

Noch ist offen, wann es wieder Filmvorführungen in dem Gebäude geben wird. Derzeit wird über provisorische Maßnahmen und das Ausweichen etwa in die Stadthalle oder die Aula der Stadtschule nachgedacht.

Von unserem
Redaktionsmitglied
Walter Kreuzer


Lesen Sie auf Seite 2:
Kommentar: Keine Wahl vor der Wahl


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Leser-Kommentare ( 2 )
  • loewensenf (16) | 22. April 2010;22.04.2010;1271935634 --> 22 April 2010
    Anmerkung zum Kommentar

    Zitat:“ ..So blieben sowohl Bürgermeister Fritzsch als auch seinem Stellvertreter Baier keine andere Wahl als ein Handeln pro Kuki. Sie wollen ja schließlich am 30. Mai gewählt werden...“
    Richtig ist:
    Fritzsch war und ist gegen das Kuki, Baier war schon immer für den Erhalt des Kuki’s, bei Ommert: keine Ahnung.

  • Christian (143) | 22. April 2010;22.04.2010;1271938208 --> 22 April 2010
    Alle reden von Echo?!

    Sorry aber Schlüchtern wird schon kaum noch die 30 Millionen € abbauen können, da sind selbst 100000€ oder 150000€ zu viel des guten.

    Zudem bleibt es bei diesem Betrag? Wir wissen doch warum Herr Heil das Gebäude verkaufen will, nämlich nur um den sich schon lange zwingenden Sanierungskosten entziehen zu können.

    Wen interessiert schon das Echo der Bürger, die sich offensichtlich nur um morgen aber nicht um übermorgen kümmern.