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11. November 2011



„911“: Ausstellung im Vonderau Museum zu Konrad I.

Von Anke Zimmer

Fulda
König Konrad I., seine Wahl im Jahr 911 und der deutsche Alltag im frühen Mittelalter stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung im Fuldaer Vonderau Museum. In der voll besetzten Kapelle des Hauses wurde die hochinformative Schau am Mittwochabend eröffnet.

Der komplette Titel der Schau mit zahlreichen Exponaten und einigen aufschlussreichen Rekonstruktionen verweist auf den umfassenden Inhalt der Ausstellung: „911 – Königswahl zwischen Karolingern und Ottonen – König Konrad der Erste – Herrschaft und Alltag“ heißt sie, und sie soll einen Mann wieder ins Bewusstsein der Gegenwart rücken, der den Annalen nach an prominenter Stelle in der Ratgerbasilika, dem Vorläuferbau des Fuldaer Doms, beigesetzt wurde. Heute erinnere eine Gedenktafel in dem Barockbau an ihn, die aus dem 19. Jahrhundert stammt, und eine Straße im Stadtteil Aschenberg, sagte Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) bei der Eröffnung. Und er schmunzelte darüber, dass trotz einer Tagung 2005 in Fulda nicht nur junge Leute derzeit bei der Zahl 911 eher an einen Porsche dächten als an das Jahr der ersten Königswahl: ein Porsche, der übrigens vor dem Museumseingang steht und neugierig macht auf die Ausstellung.

Museumsleiter Gregor Stasch, der zusammen mit dem Stadt- und Kreisarchäologen Frank Verse und Kulturamtsleiter Thomas Heiler die Schau auf die Beine stellte, betonte in seiner Einführung, dass in Bezug auf König Konrad Vieles „im Dunkel der Geschichte“ liege, da vorhandene Dokumente oft nur ungenau seien. Darum seien der Herrscher und die Königswahl eigentlich nur Anlass, neue Erkenntnisse über den Alltag jener Zeit zu gewinnen. Es gehe um das Reisekönigtum im Mittelalter (eine Planwagen-Rekonstruktion zeigt, wie Konrads Porsche ausgesehen haben dürfte), um den Menschen und seine Umwelt, die Besiedelung und nicht zuletzt das Handwerk des Mittelalters. Realien des Alltags zeugten von jener Zeit. Und erst am Ende stünde die Frage, ob die erste Königswahl eine einschneidende Bedeutung für die föderale Verfassung des alten Reichs und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949 gehabt habe oder ob es „nur“ eine Etappe gewesen sei.

Die Eröffnung der Ausstellung wurde musikalisch umrahmt von den Spielleuten der Musikschule Fulda, einer zehnköpfigen Frauentruppe, die – stilecht – mittelalterliche Klänge zu Gehör brachte.


911. Vonderau Museum, Fulda. Bis 5. Februar 2012. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro). Der Begleitband kostet 24,95 Euro und ist erschienen im Imhof-Verlag.



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