1300 Fans feiern BAP in Bad Brückenau
Von Cordula Betz
Bad Brückenau
Die Mitglieder von BAP lernten bei ihrem ersten Gastspiel in Bad Brückenau: Die Menschen in der Rhön sind wetterfest, des Kölner Dialekts durchaus mächtig und Fußball mag man hier auch.
Mehrmals lobte BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken die Wetterfestigkeit seines Publikums beim Open Air im Kurpark. Dabei war der kurze, heftige Schauer etwa zur Hälfte des Konzerts eher eine willkommene Erfrischung nach einem hochsommerlichen Tag. Ein paar Regentropfen machen einem echten Rhöner schließlich nichts aus und so feierten rund 1300 Besucher die Kölner Rockband, die nach 35 Jahren Bandgeschichte zum ersten Mal Station in der Kurstadt machte.
Wolfgang Niedecken, Helmut Krumminga (Gitarre), Werner Kopal (Bass), Jürgen Zöller (Schlagzeug) und Michael Nass (Keyboards) ließen sich nicht lumpen und belohnten das begeisterte Publikum mit satten drei Stunden Konzerterlebnis.
Schon seit Ende Mai sind BAP mit ihrer „Die Klassiker – Sommertour“ unterwegs“, Ermüdungserscheinungen zeigte die Band dennoch keine. Die Herren groovten sich durch den angekündigte „Mix aus Steinzeit-Klassikern, mittelalten Klassikern und neuen Klassikern“, scherzten mit dem Publikum und umgarnten BAP-Stammgast Anne de Wolff, die mit ihrem Geigenspiel vor allem bei den Balladen wie „Do kanns zaubere“ für noch mehr Tiefgang sorgte.
Wolfgang Niedecken ist der Songschreiber – die große Pose ist dagegen nicht sein Ding. Zum Glück. Lieber erzählt er Geschichten über die Liebe zu Frauen („Rita“), zu seiner Heimat („Chlowdigplatz“) und zu seiner „Sprooch“ („Verjess Babylon“). Ebenso wichtig waren BAP immer auch die politischen Statements wie „Kristallnaach“, „Noh Gulu“ und „Diego Paz“, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.
Das Publikum verlor der Frontmann dabei nie aus den Augen. „Könnt ihr den Text? Versteht ihr mich?“, erkundigte er sich immer wieder und die Fans sangen angefeuert von Niedeckens „Eener noch!“ Refrain um Refrain mit, nicht nur beim Kult-Klassiker „Verdamp lang her“. Spätestens in der letzten Stunde – dem ausgedehnten Zugaben-Block wohlgemerkt – war der erklärte FC-Köln-Fan nach einer Runde Fußball-Fachsimpelei von Bad Brückenau endgültig überzeugt und attestierte nach einem kurzen Kölsch-Sprachkurs bei „Jraaduss“ eine „gewisse Nippestauglichkeit“.
Mit „Helfe kann dir keiner“, dem ersten BAP-Song überhaupt und einem Dank an den „zuständigen Wettergott“ verneigten sich die sechs Musiker gegen 23 Uhr zur heimlichen Kölner Nationalhymne, Willi Ostermanns „Heimweh nach Köln“ vom Band. „Ne schöne Jrooß“ an BAP: „Noh all dänne Johre“ seid ihr besser denn je – und das bisschen Regen war wirklich „Halv su wild“.
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