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31. Mai 2012



Der Neuhofer Violonist Tobias Feldmann sammelt Erfolge

Neuhof/Berlin
Mit Auszeichnungen und Preisen könnte er dicke Ordner füllen. Er gehört zu den Ausnahmekönnern unter Deutschlands Nachwuchs-Violinisten. Jetzt wurde Tobias Feldmann (21) aus Neuhof Preisträger des renommierten Deutschen Musikpreises. „Das ist mein größter Erfolg“, bekennt er stolz.

Mit seiner Musik begeistert Tobias Feldmann – und das seit vielen Jahren. Bevor er Wörter lesen konnte, verstand er bereits Noten. Das Vorbild seiner Eltern Brigitte (52) und Reinhold Feldmann (58), die bis heute vielfältig musikalisch tätig sind, steckte ihn an.

Preise
Tobias Feldmann wurde bei nationalen und internationalen Wettbewerben wiederholt ausgezeichnet: Er ist unter anderem Preisträger der Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbe in Kassel und Weimar, der Wettbewerbe Dvarionas (Litauen), Andrea Postacchini (Rumänien), Kocian (Tschechien), Henri Marteau (Hof) sowie anderer nationaler Wettbewerbe. Von 2006 bis 2010 war er Mitglied des Bundesjugendorchesters. Er ist Stipendiat des Vereins zur Förderung hochbegabter Künstler, der Oscar und Vera Ritter-Stiftung sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Mit fünf Jahren begann er, Klavier zu spielen, mit sieben Jahren spielte er Violine – so gut, dass er schon ein Jahr später in die gerade eröffnete Frühförderklasse für Violine an der Musikhochschule Würzburg aufgenommen wurde. „Ich hatte Glück, dass ich von kleinauf gefördert wurde. Das hat entscheidende Weichen gestellt“, sagt er.
Dass er in Würzburg erst bei Dan Talpan, dann bei Professor Herwig Zack lernen konnte, öffnete ihm viele Türen. Aber die erstklassige Ausbildung war auch mit viel, viel Schweiß verbunden. „Mir fliegt nichts zu. Geigespielen ist eine manuelle Fertigkeit. Eine Begabung hilft, aber nicht entscheidend. Man muss viel üben. Wenn ich einmal, was selten vorkommt, eine Woche lang nicht übe, lässt die Fertigkeit nach“, sagt Tobias.

Jede Woche, manchmal zweimal die Woche, fuhr er in seiner Schulzeit nach Würzburg. Als er 15 war, besuchte er parallel zur Schule eine Woche im Monat den Meisterkurs bei Sergej Fatkoulin in Bonn. Schon früh fühlte er sich in der Musikszene wohl, wie er sagt. Aber er pflegte auch andere Interessen wie das Fußballspiel beim TV Neuhof – zumindest bis er 16 wurde. 2010 machte er an der Winfriedschule Abitur, mit den Leistungskursen Englisch – und natürlich Musik.

Heute übt Feldmann vier bis fünf Stunden am Tag, vor Wettbewerben auch mehr. „Aber es ist immer mehr Vergnügen als Arbeit. Sonst könnte ich das nicht durchhalten.“ Die Arbeit mit namhaften Dirigenten wie dem Briten Sir Simon Rattle und Solisten wie Kolja Blacher von der Berliner Philharmonikern hat ihn ebenso weitergebracht wie Meisterkurse bei renommierten Künstlern wie Igor Ozim oder Dmitry Sitkovetsky.

Tobias Feldmann kombiniert ein unglaubliches Einfühlungsvermögen in die Musik der jeweiligen Komponisten mit technischer Perfektion. Sein Spiel klingt noch wärmer, seitdem er seit 2006 mit einer Violine des Geigenbauers Giovanni Grancino aus dem Jahr 1673 spielen darf – eine Leihgabe, die ihm die Deutsche Stiftung Musikleben ermöglicht.

Ein Teil seines Erfolgs liegt auch darin begründet, dass jeder seine Auftritte spontan und nicht eintrainiert wirkt. „Meine Musik soll ein Erlebnis sein. Wenn mir das nicht gelänge, könnte man auch einen CD-Spieler auf die Bühne stellen“, sagt er. Dass harte Arbeit hinter seinem Können steckt, spürt man nicht. Er wirkt frisch und spontan, nicht wie jemand, der hinter Notenständern versauert.

Sein Bruder Andreas (23), der wie Tobias jetzt in Berlin Musik studiert, ist ebenfalls ein erfolgreicher Violonist – aber nicht ganz so erfolgreich wie sein jüngerer Bruder. Tobias Feldmann studiert an Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ jetzt im vierten Semester. Bis zum Master-Abschluss werden vier weitere Jahre Studium und viel, viel Training folgen. Die Weichen zu einer Karriere als Solist sind gestellt. Aber daran mag der Neuhofer jetzt nicht denken. „Jetzt will ich erst einmal so gut wie möglich werden.“


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