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18. Oktober 2011



Francis Rossi von Status Quo im Interview

Von Andreas Ungermann

Fulda
Francis Rossi ist 62 Jahre alt. Mehr als zwei Drittel seines Lebens ist er als Sänger von Status Quo unterwegs. Am Mittwoch spielt er mit seiner Band in der Fuldaer Esperantohalle. Im Interview mit unserer Zeitung verrät er, warum er sich auf Fulda freut und was er vor und nach einem Auftritt macht.

Hallo Francis!
Hey Andreas. Über was reden wir?

Ich dachte, über Status Quo, das neue Album und das Konzert in Fulda.
Oh! Ich erinnere mich an Fulda, eine schöne Stadt – und an einen herrlichen Park, durch den ich vor Jahren mal gelaufen bin. Kommen wir endlich mal wieder dorthin.

Ja. Am 19. Oktober.
Da freue ich mich drauf. Es ist überhaupt immer schön, in Deutschland zu sein. Ihr bemerkt manchmal gar nicht, was ihr für ein schönes Land habt. Aber wir haben auch dort treue Fans, die Quo ein gutes Stück zum Erfolg verholfen haben.

Die Fans in Fulda freuen sich auch auf das Konzert. Aber auf was genau dürfen sie sich denn freuen?
Die dürfen sich auf ein typisches Status-Quo-Konzert freuen. Auf eine Band, die Spaß daran hat, auf der Bühne zu stehen und daran, gute Musik zu machen. Klar könnte man Frauen mit großen Brüsten auf die Bühne stellen. Aber darauf kommt es nicht an, auch nicht auf große Pyroeffekte, sondern einfach auf die Musik. Die Fans dürfen sich natürlich auf alte Hits und neue Songs von unserem aktuellen Album. Ganz bestimmt auf „Rock’n’Roll ’n’ you“, „Two Way Traffic“ und „Let’s Roooooock“.

Mit dem Album „Quid Pro Quo“ sind Sie jetzt seit Juni auf Europatournee. Wie kommen die neuen Titel beim Publikum an?
Die Fans scheinen die Songs zu lieben. Im Radio laufen sie auch echt gut – nach wie vor. Auch wenn sich seit den Quo-Anfängen einiges geändert hat, aber Du kannst mit 62 nicht mehr Songs produzieren und spielen wie ein 20-Jähriger. Das kannst Du unmöglich durchhalten.

Vor einiger Zeit habe ich mit Rick Parfitt über das neue Album gesprochen. Er sagte, er mag besonders die ersten vier Titel. Was sind Ihre Lieblingstracks?
Die habe ich gar nicht. Ich finde das Album an sich gut. Aber es gibt einen Titel, den ich nicht mag, das ist „Reality Cheque“. Ich mag den wirklich nicht, aber Rick will ihn immer spielen.

Kommen wir zum Konzert. Wie muss ich mir das in der Garderobe vorstellen, bevor Status Quo auf die Bühne geht?
Wir fangen langsam an uns vorzubereiten. Ziehen uns an. Wir sprechen etwas lauter und schneller. Andrew und ich gehen nochmal pinkeln, zwei Minuten bevor es losgeht. Wir machen ansonsten nichts besonderes, schütteln uns nicht die Hände, klatschen uns nicht ab. Um so etwas zu tun, sind wir einfach viel zu lange gemeinsam im Geschäft. Wir können einfach rausgehen und dort die Musiker auf der Bühne sein. Und nach dem Konzert sind wir wieder die Privatpersonen.

Und was macht die Privatperson Francis Rossi nach dem Konzert? Wie kommen Sie wieder runter?
Ich geh’ direkt in den Bus, zwei Minuten nach dem Konzert. Ich lebe eigentlich im Bus, weil ich nicht in Hotels übernachten kann, und weil ich das Fliegen hasse. Ich sitze erst einmal so etwa 45 Minuten rum. Dann fange ich an, etwa eine Stunde lang Gitarre zu spielen. Danach schaue ich noch ein bisschen Fernsehen.

Sie sind jetzt seit über 40 Jahren auf Tour und erfolgreich. Gibt es eine Erklärung für den Erfolg von Status Quo?
Nein. Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin glücklich, dass es funktioniert. Ich wollte nie zum One-Hit-Wonder werden. Ich wollte immer lange im Geschäft bleiben. Ein Hit, das ist doch keine Karriere. Jetzt bin ich ein alter Mann, und immer noch dabei. Wir stolpern manchmal über Ideen und dann setzen wir die verdammt nochmal einfach um. Einige im Musik-Business glauben, sie hätten ein Rezept, wie man erfolgreich wird, und dann funktioniert’s doch nicht. Wir können also glücklich sein, dass wir so erfolgreich sind.

Möglicherweise wegen Ihrer guten Freundschaft mit Rick Parfitt?
Vielleicht. Andererseits Jagger und Richards, die hassen sich, und trotzdem sind die Stones erfolgreich.

Seit Jahren sagen Kritiker: „Die spielen nur drei Akkorde.“ Was antworten Sie?
Die haben Recht. Ich streite mich doch nicht mit denen rum. Warum auch? Es heißt ja nicht, dass ein Song besser sein muss, nur weil er mehr Akkorde hat. Es ist aber nicht fair zu sagen, dass nur Quo drei Akkorde spielt. AC/DC tut das auch und das Stück „Rock Down To Electric Avenue“ von Velvet: Das ist nur ein Akkord – du-du-dum-dudu. Aber das juckt mich nicht. Magst Du die Musik? Ja. Würdest Du sie mehr mögen, wenn sie mehr Akkorde hätte? Nein. Niemand hört sich Musik an und sagt: „Oh, das würde mir besser gefallen, wenn da ein Akkord mehr wäre.

Karten gibt es zum Preis von 52,90 bis 59,90 Euro in allen Vorverkaufsstellen unserer Zeitung.



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