Honky Tonk 2012: Feiern bis in die Morgenstunden
sah
Fulda
Das Wetter meinte es gut mit den Honky-Tonk-Besuchern: Pünktlich zum Startschuss für das Fuldaer Kneipenfestival gegen 21 Uhr setzte der Regen aus – und die rund 3200 Gäste konnten trockenen Fußes von Bar zu Bar und von Band zu Band hüpfen.
Es brauchte nur ein paar Takte, damit das Publikum im Museumshof den Titel erkannte. Ein wahrer Klassiker der Toten Hosen, bei dem jeder, aber auch wirklich jeder Zuschauer den kompletten Text mitsingen konnte. Und so grölten rund 300 Menschen vor der Open-Air-Bühne die Zeilen von „Eisgekühlter Bommerlunder“ mit und rockten mit der Coverband Die Toten Ärzte so richtig ab. Songs von Die Toten Hosen und Die Ärzte hatten die vier Musiker im Gepäck, und wenn man mit dem Rücken zur Bühne stand, hätte man meinen können, Campino höchstselbst würde „Hey, hier kommt Alex“ in die Menge schreien.
Die Coverband aus Hamburg war aber nur ein Highlight des diesjährigen Honky-Tonk-Festivals, das am Samstagabend die gesamte Fuldaer Innenstadt zu einer einzigen großen Kneipenmeile machte. In 15 Bars und Kneipen gaben 17 Band und DJs alles, was die musikalische Trickkiste hergab. Von Salsa und Pop über Jazz und Soul bis hin zu Hip Hop und Hardrock gab es aus annähernd jedem Genre mal sanfte, mal rockige Töne auf die Ohren. Während Big Lenny Power Exson im Museumscafé mit Swing und Blues aufwarteten, gab es eine Etage tiefer bei The General Electrics die Sounds der wilden Sixties zu hören. Gleich nebenan im Kulturkeller kamen Liebhaber von Jimi Hendrix und AC/DC auf ihre Kosten.
„Total begeistert“ war Organisator Wolfgang Weier von den Honky-Tonk-Neulingen The Spikes, die im Rädchen Johnny Cash und Elvis wieder zum Leben erweckten. Nicht dass das Rockabilly-Trio die Stimmung des Publikums nicht ohnehin schon zum Überlaufen brachte. Als der Sänger dann für Elvis Presleys „In The Ghetto“ aber auch noch auf den Tresen kletterte und von dort aus sang, war die feierwütige Meute vollends aus dem Häuschen.
Ähnlich ging es den Gästen im S-Club, als die Band That Way, die einen R’n’B- und Hip-Hop-Klassiker nach dem anderen auspackte, zu einem Song eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne holte, die mit dem Rapper der Coverband spontan eine flotte Sohle aufs Parkett legte. Wo man auch hinkam, waren die Kneipen proppevoll, die Stimmung grandios und die Bands in Bestform. „Und das, obwohl das Wetter nicht besonders zum Kneipenbummeln einlud“, sagte Weier und ergänzte: „Wir können wirklich zufrieden sein.“ 3200 Gäste zählten die Veranstalter, wenngleich wegen der Witterung weniger Menschen in den Straßen unterwegs waren. Das hatte aber auch Vorteile: „Unser Lärmschutztelefon wurde nicht einmal angerufen, und die Stimmung in den Bars war noch besser als sonst“, betonte Weier.
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