Jugend-Kammerorchester lud zum Neujahrskonzert
FULDA Wenn das Kammerorchester der Jugend zu seinem traditionellen Neujahrskonzert in den Fürstensaal einlädt, dann steht nicht nur einfach ein Konzert an. Sondern gewissermaßen die Ouvertüre und zugleich ein erster Höhepunkt in Fuldas musikalischem Jahreslauf.
Für die Eröffnung des Programms hatten Ulrich Moormann und seine jungen Musiker dann auch die Ouvertüre aus Vincenzo Bellinis Oper „I Cauleti e i Montecchi“ gewählt. Mit der Sopranistin Britta Glaser als Solistin blieb das Ensemble bei dieser Oper. Inbrünstig intonierte sie im musikalischen Dialog mit dem Orchester die Romanze der Giulietta „Oh! Quante volte, oh quante“. Im ersten Teil des Konzertes, der eine Reise durch die Welt der Opernmelodien darstellte, erklang die hervorragende Stimme der Sopranistin mit dem beschwingteren Blumenlied aus Charles Gounods „Faust“, der Romanze des Niklas aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach und der „Cavatina der Rosina“ aus Gioacchino Rossini „Der Barbier von Sevilla“. Eindrucksvoll präsentierte sich das musikalische Zusammenspiel von Glasers strahlendem Sopran mit der instrumentalen Untermalung des Orchesters.
Instrumental interpretierten die jungen Musici den beschwingten Walzer aus Gounods Faust und präsentierten unter dem Dirigat von Martin Rothe eindrucksvoll die Prélude, Aragonaise und „Les Toréadores“ aus Georges Bizets Carmen, bevor sie sich im zweiten Teil moderneren Kompositionen widmeten.
Gershwin und „Jurassic Park“
George Gershwins „Rhapsody in Blue“ ist ein vielseitiges Werk, das in einer Komposition Elemente aus Klassik, Jazz und Klezmer vereint. Dabei glänzte Bermann Steinmacher, sonst eigentlich Fagottist im Kammerorchester der Jugend, als Solist am Flügel.
Der Amerikaner John Williams gilt als einer der besten Komponisten für Filmmusik. Mit den Highlights aus Jurassic Park holten die jungen Musiker die düstere, bedrohliche Stimmung des Films um einen Dinosaurier-Park in den Fuldaer Fürstensaal, der bei beiden Aufführungen am Donnerstag ausverkauft war.
Nachdem das Orchester damit bereits bewiesen hatte, dass sie nicht nur die klassische Musik exzellent beherrschen, überzeugten sie mit zwei Stücken aus Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“. Ruhig und getragen erklang „One hand, one heart“, bevor sich die Musiker mit den südamerikanischen Klängen des „Mambo“ richtig austoben konnten. Dabei hatte besonders die Rhythmusgruppe die Möglichkeit, sich einmal von ihrer besten Seite zu zeigen.
Musiker erhielten tosenden Applaus
Mit dem letzten Stück des Konzertes kehrte Martin Rothe nochmals zum Dirigentenpult und das Orchester zur Oper zurück. Aus einem wohlklingenden Flötensolo entwickelte sich der „Danse bohème“ aus Bizets Carmen. Nach zwei Stunden ernteten die Musiker tosenden Applaus vom Publikum – ganz zur Recht für ein stimmiges Programm auf hohem Niveau. Nachdem die Sopranistin Britta Glaser noch ein weiteres Stück zum Besten gegeben hatte und bevor nochmals „Les Toréadores“ aus Carmen erklang, übernahm Trompeter Sebastian Kreß den Dirigentenstab zu Johann Strauß’ Annen-Polka, während der die Musiker dem Publikum auf das neue Jahr zuprosteten.
Von Andreas Ungermann
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