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6. Oktober 2010



Ougenweide: Songs, die mitten ins Herz treffen

FULDA
Als „Mutter aller Mittelalterbands“ wird die Gruppe Ougenweide bezeichnet. Am Dienstagabend spielte die Band im Kulturkeller in Fulda.

Bei ihrem Auftritt im ausverkauften Kulturkeller bewies die Hamburger Band zwei Stunden lang Herz, Humor und eine geballte Ladung Spielfreude.

Keine Frage: Diese Gruppe ist Kult. Nicht nur, weil sie seit rund 40 Jahren besteht. Es ist vielmehr die besondere Aura, die diese Band umgibt. Obwohl sich die sieben Mitglieder mit ihren Instrumenten auf der Bühne ziemlich zusammenquetschen müssen, ist ihre gute Laune nicht zu bremsen. Sängerin Sabine Maria Reiß und Olaf Casalich (Gesang, Percussions) fungieren als Moderatoren und schnacken fröhlich mit ihren Fans. Doch bei den Liedern wird es still im Publikum. Denn nicht nur der plötzliche Tod von Gründungsmitglied Frank Wulff-Raven im März diesen Jahres ist thematisch omnipräsent – auch die Songs selbst treffen die Zuhörer mitten ins Herz. Ob „O Death“, „Phol Ende Uuodan“ oder „Einem Lieben“, „Echo“, „Gaudete“ und das großartige „Sol“ – das Publikum bekommt die volle Breitseite an vertonten Gefühlen.

Sängerin Reiß tanzt bei den schnelle Stücken ganz einfach im Sitzen, bei den Balladen wischt selbst sie sich ab und zu die Augen. Die Musik selbst ist schwer einzuordnen. Zwar mögen viele Texte und Instrumente mittelalterlich gestaltet sein, doch E-Bass, E-Gitarre und Schlagzeug mischen immer wieder moderne Elemente unter, gegen die so mancher Rock-Song enorm blass aussehen würde. So viel Abwechslung bietet eine Band allein nur selten.

So neigt sich ein höchst unterhaltsamer Abend dem Ende entgegen. Fulda ist glücklich und stolz, einer von nur zwei Auftrittsorten von Ougenweide gewesen zu sein. Und auf dem Nachhauseweg dürfte es so manchen an den dunklen Ecken ein wenig gegruselt haben – wegen der Gespenstergeschichten.


Von unserem Redaktionsmitglied
Anne Baun



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