Vielschichtiger Start ins neue Musikjahr
FULDA Bei den beiden diesjährigen Neujahrskonzerten im Fürstensaal bewies das Kammerorchester, dass es auch unter neuer Leitung auf hohem musikalischem Niveau spielen kann.
Alljährlich eröffnen namhafte Orchester unter großer Beachtung das neue Kalenderjahr mit ihren Neujahrskonzerten. Auch in Fulda ist der musikalische Auftakt des Kammerorchesters der Jugend eine schöne Tradition geworden. Mit Paul Dukas’ „Fanfare pour précéder“ eröffneten die Bläser des Ensembles klangvoll und kräftig die beiden ausverkauften Konzerte im Fürstensaal des Stadtschlosses und damit ein rund zweistündiges Programm, bei dem Orchester wie Solisten überzeugen konnten.
Unter der neuen Leitung von Martin Klüh stellten die jungen Musici mit klassischen und zeitgenössischen Kompositionen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie ihre Instrumente beherrschen. Mit der „Slawischen Fantasie“ von Carl Höhne präsentierten sich Jens Enders auf der Trompete und Martin Rothe auf der Violine als erste Solisten. Das Werk hatten sie für das Orchester selbst bearbeitet und interpretierten es mit sauberem Ansatz und feinen Griffen.
Die Mezzosopranistin Britta Glaser als weitere Solistin stand dem in nicht nach. Wenngleich sie schon in Mozarts Arie des Sesto „Parto, ma tu ben mio“ aus der Oper „La Clemenza die Tito“ bereits im Dialog mit einem subtilen Klarinettenspiel brillierte, so wirkte sie in „Du sollst de Kaiser meiner Seele sein“ aus der Oper „Der Favorit“ von Robert Stolz nochmal um einiges gelöster.
Ein vielschichtiges Programm hatte Dirigent Klüh für das junge Orchester ausgewählt. Wenn auch nicht in den letzten Nuancen gänzlich perfekt, wussten die Instrumentalisten dennoch zu überzeugen. Umso höher ist ihre Leistung zu bewerten, wenn man bedenkt, dass die abwechslungsreiche Auswahl der Werke erst seit wenigen Wochen geprobt wurde. Von diesem Variationsreichtum zeugten schon die Auszüge aus den „Enigma Variations“ von Sir Edward Elgar und die Acht Russischen Volksweisen von Anatol Liadow, die von einem schönen Duett von Englisch Horn und Fagott eingeleitet wurden.
Nachdem sich im zweiten Teil die Bläser mit Rober Russell Bennetts „Suite of Old American Dances“ vorgestellt hatten, war es an den Streichern, ihr Können zu präsentieren. Zum Allegretto aus der Streichersuite „Palladio“ von Karl Jenkins übernahm Martin Rothe den Taktstock. Er führte auch das Dirigat bei einer besonderen Komposition: Das Capriccio in g-Moll für Streichorchester schrieb der junge Musiker selbst unter dem Pseudonym Mareau Franghini.
Voluminös intonierte das gesamte Orchester Auszüge aus Richard Wagners Oper „Die Meistersinger“, bevor sie das Programm mit vielschichtigen Rhythmen und Melodien aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ abrundeten. Den jungen Musikern gelang damit ein vielversprechender künstlerischer Start in das neue Jahr.
Von unserem Mitarbeiter
Andreas Ungermann
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