Status Quo und The Hooters rockten im Esperanto
Von Andreas Ungermann
Fulda
Mit The Hooters und Status Quo standen am Mittwochabend zwei große Namen auf der Bühne der Fuldaer Esperantohalle. Insgesamt begeisterten sie rund 1500 Fans mehr als zweieinhalb Stunden lang.
Es sind zwei Bands mit jeweils einer neuen Platte im Gepäck, aber in Fulda setzen The Hooters und Status Quo weitgehend auf altbewährte Hits. Drei Stunden dauert das Konzert, die Nettospielzeit liegt bei zweieinhalb Stunden, allerdings nur wegen des halbstündigen Bühnenumbaus. Ansonsten verzichten die Musiker auf Ansagen, toben sich lieber am Mikro und auf der Gitarre aus.
Da wären zunächst The Hooters: Die Band aus Philadelphia – seit über 30 Jahren im Geschäft – einfach als Vorgruppe abzustempeln wäre unrecht. Überpünktlich betreten die sechs Männer die Bühne – und beginnen mit „Pissing In The Rhine“. Schon mit dem ersten Song, der auf der 2010 erschienen Scheibe „Five By Five“ zu finden ist, wird klar: Die Jungs haben Spaß an dem was sie tun, wollen die Stimmung ordentlich anheizen.
Und das gelingt ihnen. „All You Zombies“, „Karla With a K“, „Satellite“, „South Ferry Road“, keiner der großen Hits fehlt während des Gigs, der gut und gerne für die Live-Aufnahme eines Best-Of-Albums hätte herhalten können. Auch nicht „Johnny B“ – für das Publikum ein erster Höhepunkt. „Silver Lining“ ist dann neben den großen Hits der einzige weitere neue Song, den The Hooters spielen, der aber auch das Zeug hätte, sich in die lange Hit-Liste einzureihen.
Dann ist die zweite Band des Abends an der Reihe. Nach einer halbstündigen Pause sind die schwarzen Marshall-Verstärker gegen strahlend weiße ausgetauscht, über die die Phonzahl noch einmal ordentlich gesteigert wird: ein erstes Markenzeichen der Rocklegenden von Status Quo. Die halten das, was Francis Rossi und Rick Parfitt im Interview mit unserer Zeitung versprochen haben: Keine großbrüstigen Frauen, keine Pyrotechnik – einfach nur ordentliche Musik – ein akustisches Feuerwerk. Wenn auch mit nur drei Akkorden, sei’s drum.
Kondition und Spielfreude
Die großen Hits und neuen Songs machen einfach Spaß, dem Publikum wie der Band. Die markiert mit „Caroline“ auch gleich, dass sie auf ihre altbekannten – und beliebten – Stücke setzt. Gefühlte 150 Dezibel satter Gitarrensound donnern auf die Ohren, wenn Rossi und Parfitt in die Saiten greifen. Leise waren sie nie, und sie wollen es offensichtlich – oder besser offenhörbar – auch im Alter nicht werden.
Mit Songs wie „Down Down“ „What You’re Proposing“, „The Oriental“, „Roll Over Lay Down“ und „Gerundula“ beweisen sie genau das mit unglaublicher Kondition und Spielfreude. Trotz allem und warum auch immer: Die meisten der Sitzplatzkarteninhaber machen von ihrem Recht zu sitzen Gebrauch. Auch wenn das Francis Rossi so gar nicht gefällt und er sie auffordert, den Hintern von den Sitzen zu erheben. Im Innenraum, auf den Stehplätzen, haben hingegen schon viele die Luftgitarre ausgepackt. Und die wird gerade bei „Rockin’ All Over The World“ und „Whatever You Want“, jenen großen Hits, die sich Quo bis zum Schluss aufgehoben hat, ordentlich gequält.
Ein Manko aber bleibt: „Rock’n’Roll’n’You“, „Two Way Traffic“ und „Let’s Rock“ die Titel, die Rossi versprochen hat, bleiben neben „In The Army Now“ die einzigen von der neuen Scheibe. Allerdings drehen die Altrocker dabei noch einmal ordentlich auf, legen an Tempo zu und strapazieren die Saiten noch ein wenig mehr als auf der Platte. Bei „In The Army Now“, das Quo für die Truppen im Auslandseinsatz neu eingespielt hat, darf sich Drummer Matt Letley in einem Solo austoben, das fast schon an das Grollen auf einem Schlachtfeld erinnert. Auf weitere Tracks von der neuen Platte müssen die Fans aber auch in der Zugabe vergebens warten. Dabei wäre darauf durchaus noch das ein oder andere Schätzchen zu finden gewesen.
Leser-Kommentare ( 1 )
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Donnerpferd (26) | 21. October 2011;21.10.2011;1319173562 --> 21 Oktober 2011
Warum keine Zugabe?
Nach fast 20 Konzerten von S.Q. durften wir leider zum ersten Mal keine Zugabe erleben
Endlich wird in Fulda mal keine Volksmusik, sondern feiner Rock geboten - und die Sitzer lassen die Stimmung eines Amigos-Konzertes aufkommen. Von der Spiellaune und dem Sound war das Konzert super - wenn auch ein wenig laut. Verpasst haben wir die normalerweise knapp halbstündige Zugabe - bei besagten Gästen kein Wunder.


