Tobias Feldmann tritt gegen die Geiger-Weltklasse an
Von Björn Gauges
Fulda/Hannover
Großer Erfolg für den Neuhofer Tobias Feldmann: Der 21-Jährige wurde für den weltweit höchstdotierten Violinwettbewerb nominiert.
In Sachen Sommerurlaub muss Tobias Feldmann seit gestern umplanen. Denn der Internationale Joseph Joachim Violinwettbewerb in Hannover wird ihm ab dem 30. September Höchstleistungen abfordern. Doch die Strapazen nimmt der bereits vielfach ausgezeichnete Musiker gerne in Kauf. Denn die zweiwöchige Veranstaltung gehört zu „den renommiertesten der Welt, bei der die besten Violinisten gegeneinander antreten“, wie er gegenüber unserer Zeitung erzählt.
Feldmann gehörte zu 178 jungen Bewerbern, von denen nun 38 junge Geiger aus 19 Ländern ausgewählt wurden. Neun Talente stammen aus Korea, sieben aus den USA. Feldman ist der einzige Deutsche im Feld. Das Preisgeld von insgesamt 140 000 Euro sorgt für den höchstdotierten Violinwettbewerb weltweit, wie die Veranstalter mitteilen. Er ist nach dem Jahrhundertgeiger Joseph Joachim benannt und wird alle drei Jahre von der Stiftung Niedersachsen ausgerichtet.
Doch Geld ist nicht alles. Es winken auch CD-Aufnahmen sowie die dreijährige Leihgabe einer wertvollen Violine aus dem 18. Jahrhundert. „Dafür spielt man natürlich besonders gerne“, so Feldmann. Für solche Preise muss er allerdings auch ein ehrgeiziges Programm vorbereiten. Rund vier Stunden wird die Spielzeit seiner auswendig vorzutragenden Stücke betragen. Neben Werken von Bach, Mozart, Beethoven und anderen ist auch eine eigens für den Wettbewerb geschriebene Komposition darunter, die den Musikern erst kurz vor ihrem Auftritt zugeht.
Jetzt wird es der Neuhofer dennoch erst einmal ein paar Tage ruhig angehen lassen. Denn „ich hatte ein anstrengendes Semester“, sagt der Student der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. In die heiße Phase geht es dann Anfang September. „Ich mache das oft auf den letzten Drücker, ich brauche den Druck“, bekennt er. Wo er dann landet, ist für ihn nicht entscheidend. „Jurys sind immer subjektiv.“ Wichtiger sei, dass „ich mein Bestes gegeben habe und mit mir im Reinen bin“. Schließlich werden dann alle Augen Osthessens auf ihn gerichtet sein – denn der Wettbewerb wird live im Internet übertragen.
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