Die Stromrechnung steigt und steigt …
Der Fuldaer Günter Ederer kommentiert das wirtschaftliche und politische Geschehen in unserem Land. Diese Woche: Die Stromrechnung steigt und steigt …
Was haben sie sich in der vergangenen Woche im Parlament beschimpft. Die „Rüpelbande von der Union“, so Sigmar Gabriel (SPD), und die „energiepolitischen Blindgänger“, wie Norbert Röttgen (CDU) die Opposition einschätzt, prügelten verbal aufeinander ein, und verwirrt frage ich mich: „Was bedeutet diese Schlacht für meine Stromrechnung?“ Das Ergebnis meiner Überlegungen: Sie steigt und steigt – egal welche der im Bundestag vertretenen Parteien regiert. Alle wollen massiv die erneuerbaren Energien fördern. Alle wollen Deutschland zum Vorbild für die Welt hochstilisieren. Bis 2050, so verspricht Umweltminister Röttgen von der CDU, wird unser Land das Treibhausgas CO2 um 80 Prozent absenken. „Das rettet unser Klima“, sagt er noch. Etwas anderes wollen Rote und Grüne auch nicht. Der große Unterschied: Die Schwarzgelben lassen die Kernkraftwerke länger laufen, die Opposition sieht darin die Katastrophe schlechthin.
Ich könnte mich ja mit der längeren Laufzeit der Kernkraftwerke anfreunden. Sie erzeugen Strom für 2,5 Cent pro Kilowattstunde, Sonnenenergie dagegen kostet 50 Cent. Aber davon merke ich als Verbraucher nichts. Die erneuerbaren Energien müssen zu Festpreisen ins Netz eingespeist werden, was alleine für 2011 eine Verteuerung von fast 6 Cent pro Kilowattstunde ausmacht. Den billigen Nuklearstrom verteuert die Regierung unter anderem durch eine Brennelementesteuer und behält das Geld lieber selbst. Die Monopolstruktur der Stromwirtschaft verhindert jeden Wettbewerb, und so bleibe ich als Verbraucher dem Abkassieren von Regierung und Monopolen hilflos ausgeliefert.
Es geht im Parteienstreit darum, wem die Milliarden zugeschoben werden. Und da haben die Grünen eine andere Klientel als die Gelben und die Schwarzen andere Beziehungen als die Roten. Nur eines ist auch sicher: Zu keiner Zeit ist die Macht der vier Großkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall so gewachsen, wie unter Rot-Grün. So lange es FDP und CDU/CSU nicht schaffen, die Verbraucher auf ihre Seite zu ziehen, damit sie etwas von der billigen Nuklearenergie haben, solange werden sie in der Defensive bleiben. Warum soll ich für noch mehr radioaktiven Abfall sein, wenn ich damit nur die Kassen anderer fülle? Alle im Parlament vertretenen Parteien wiederholen unablässig das Mantra von der Reduktion des Treibhausgases CO2, um das Weltklima zu retten. Die einen wollen dafür die Nuklearkraftwerke erhalten, die anderen sind genau deswegen für ihre Abschaltung. Das alles verstehe ich schon lange nicht mehr. Deshalb versuche ich es einmal mit Mathematik. Vorausgesetzt, alle Vorhersagen stimmen, wonach der Anstieg des Treibhausgases gefährlich unser Klima erwärmt, dann bleibt erst einmal festzuhalten, dass Deutschland daran nichts ändern kann, weil die Mehrheit der Staatengemeinschaft sich nicht darum kümmert. Egal, was wir machen. Im Dezember werden wir das wieder bei einer gigantischen Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancún erleben.
Also müssen wir uns bei den Berechnungen auf Deutschland beschränken. In einem Kubikmeter Luft beträgt der CO2-Anteil 0,0384 Prozent. Von diesen 0,0384 Prozent stammen 96 Prozent aus natürlichen Quellen. Nur auf 4 Prozent und damit auf 0,001536 Prozent an einem Kubikmeter Luft hat der Mensch Einfluss. Wenn Deutschland seinen Anteil daran um 80 oder sogar 100 Prozent reduziert, dann helfen wir, dass sich die Erde um 0,0072 Grad weniger erwärmt. Wie gesagt: Vorausgesetzt, alle Zahlen und Hochrechnungen des Weltklimarates IPCC sind richtig. Doch außerhalb des deutschen Parlamentes ist das heftig umstritten. Liebe Herren Röttgen, Gabriel und Trittin, vielleicht sollten Sie sich mehr um eine billigere Energie für die Verbraucher kümmern und weniger um die Rettung der Welt. Die Wähler werden es Ihnen danken.
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Ulstertaler (36) | 5. November 2010;05.11.2010;1288929321 --> 05 November 2010
Wer macht denn mit?
Ich muss mir immer die Frage stellen wer denn alles mit macht die Erde zu retten.
Selbst wenn das Gesammte Europa sich einig ist---- was ist denn mit Amerika und was ist mit China, Indien, Japan usw.
Deswegen frage ich mich wieso wir solche diskosionen führen, die Stromkosten tuen nur den Häuslebesitzer weh, die firmen können die Stromkosten bei den Betriebsausgaben angeben. Was für ne Gerechtigkeit.
Wenn sollte sich die Ganze Welt einig sein -
Erntehelfer (302) | 3. November 2010;03.11.2010;1288784825 --> 03 November 2010
Ja Ja
Unter dem Deckmantel "Öko" und "Klimawandel" wird uns eine Preiserhöhung nach der anderen verkauft. Ausser Deutschland steigt kein Land aus der Atomernergie aus, aber am deutschen Wesen wird auch diesmal nicht die Welt genesen.
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Ali (537) | 1. November 2010;01.11.2010;1288626175 --> 01 November 2010
@Mika_Hai
Die Wiederaufbereitung kann nun wirklich keine Lösung sein. Es fällt hochgiftiges Plutonium an, welches sogar für A-Bomben verwendet werden kann. Durch die zur Wiederaufbereitung nötigen Werkzeuge und Hilfsstoffe wird der Müllberg sogar vergrößert. Mit 400 Jahren im Salzstock ist es nun wirklich nicht getan. Asse hat noch nicht einmal 40 Jahre gehalten.


