BA-Chef Weise für gesteuerte Zuwanderung
dpa
Berlin (dpa)
Die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einer Zuzugsbegrenzung für Türken und Araber stößt auch bei Arbeitsmarktexperten auf Vorbehalte.
Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, plädierte dafür, gezielt um hoch qualifizierte Zuwanderer zu werben - ohne die Herkunft zum Maßstab zu machen. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich forderte dagegen, europäischen Fachkräften Vorrang zu geben, da sie «leichter integrierbar» seien.
Nach Überzeugung von Weise ist eine gesteuerte Einwanderung ausländischer Spitzenkräfte unumgänglich, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Forderung der Union, entsprechendes Personal in erster Linie aus den bestehenden Langzeitarbeitslosen zu rekrutieren, bezeichnete der BA-Chef als unrealistisch. «Fachkräfte für sehr qualifizierte Jobs sind aus dieser Gruppe kaum zu gewinnen», sagte Weise der «Süddeutschen Zeitung» (Montag). Nötig sei stattdessen «eine gesteuerte Zuwanderung, etwa mit Hilfe eines Punktesystems wie in Kanada».
Der Arbeitsmarktexperte stellte sich damit hinter eine entsprechende Forderung der FDP. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) macht sich bereits seit längerem für ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild stark. Die Union hat dagegen erhebliche Vorbehalte.
CSU-Landesgruppenchef Friedrich forderte, europäischen Fachkräften den Vorzug zu geben. Die CSU sei der Überzeugung, dass der Fachkräftemangel zuallererst mit der Qualifizierung der eigenen Bevölkerung gelöst werden müsse, sagte er dem «Hamburger Abendblatt» (Montag). Wenn das nicht ausreiche, stehe ein riesengroßer EU-Binnenmarkt mit Fachkräften aus dem europäischen Kulturkreis zur Verfügung. «Diese Menschen sind leichter integrierbar in Deutschland als diejenigen, die fremden Kulturkreisen angehören.»
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