Wulff spricht vor türkischem Parlament
dpa
Ankara/Berlin (dpa)
Als erster Bundespräsident spricht Christian Wulff heute vor dem türkischen Parlament. Vorher wird er in der türkischen Hauptstadt Ankara den Staatspräsidenten Abdullah Gül und Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen.
Dabei dürfte auch der EU-Beitritt der Türkei eine große Rolle spielen. Wulff will sich auch für mehr Religionsfreiheit in dem Land, in dem die große Mehrheit der Bürger Muslime sind, einsetzen. Der Bundespräsident war am Montagabend in Begleitung seiner Frau Bettina und einer 15-köpfigen Wirtschaftsdelegation in der Türkei zu dem fünftägigen Besuch eingetroffen.
Der Besuch werde sich nicht nur auf ein Thema konzentrieren, sondern die ganze Bandbreite der Beziehungen von der Politik über die Wirtschaft bis zur Kultur umfassen, wurde im Bundespräsidialamt betont.
Türkische Zeitungen versprechen sich von dem Besuch Wulffs frischen Wind für eine Vertiefung der deutsch-türkischen Beziehungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei dazu nicht in der Lage, weil sie Rücksicht auf die Machtverhältnisse in ihrer Partei nehmen müsse, schrieb die regierungsnahe türkische Zeitung «Zaman» am Montag.
Mehrere Blätter wiederholten die Äußerung Wulffs, wonach inzwischen auch der Islam ein Teil Deutschlands sei. Die auflagenstärkste Zeitung «Hürriyet» druckte zudem auf der ersten Seite ein Foto von Wulffs Ehefrau Bettina und die Schlagzeile: «Fünf Tage Türkei mit tätowierter First Lady.»
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