„Der Vulkan lässt lesen“ präsentiert Roger Willemsen
rsb
Vogelsbergkreis
Nachdem Roger Willemsen „Die Enden der Welt“ bereiste, kommt er nun am Mittwoch, 29. Februar, 20 Uhr, ins Autohaus Roth nach Alsfeld (Grünberger Straße 109), um im Rahmen der Reihe „Der Vulkan lässt lesen“ von seinen Reisen zu erzählen.
„Dass die Welt angeblich eine Kugel ist, heißt ja nicht, dass sie keine Akzente, keine Schlusspunkte setzen könnte. Immerhin schüttelt sie ja in manchen Landschaften auch den Menschen einfach ab“, sagte sich Willemsen und machte sich auf die Suche nach den „Enden der Welt“. Etwa zum Kap von Südafrika, Patagonien oder zum Nordpol den offensichtlichen Enden der Erde.
Dabei trifft er auf ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Er bereist den Himalaya, die Südseeinseln von Tonga, die Eifel. Weiter grast Willemsen die Welt nach den Enden ab und findet sich in einem Bordellflur in Bombay. Oder an einem Flussufer in Afghanistan. Oder an einem Krankenbett in Minsk. Immer wieder erwischt ihn das Gefühl, ein Weltende zu betreten.
Weil er mit seinem Latein am Ende ist, im Opiumrausch im Schlafmohnfeld. Weil er ungewöhnliche Menschen trifft, wie eine chilenische Witwe, die alleine auf einem Einöd-Hügel wohnt und stundenlang zum Zigarettenholen reitet. Weil er unbekanntes Terrain betritt als Flaneur zwischen den Welten und eine Schönheit jenseits des Attraktiven beschreibt.
Die geographischen Enden dieser Welt ergänzt Willemsen durch subtilere Punkte, indem er Reisebilder entstehen lässt, die ganz andere Enden haben: das Ende einer Liebe, die Außerkraftsetzung von Ordnung und Recht, das Ende einer Illusionen.
Getrieben wird er dabei von seiner persönlichen Obsession, Neugier, Witterung. „Es geht ja von diesen Orten etwas Literarisches aus.“ Dabei ist eines ganz klar: „Jedem sein Ende der Welt!“ Seine Erfahrungen sammelte er auf fünf Kontinente, traf dabei auf kulturelle Kuriositäten, begleitet von Hoffnungen, Trugbildern und neuen Schemata.
Die Summe von Willemsens Arbeit sinnlich, klug und fulminant erzählt, gesättigt in den Farben der Welt.
Roger Willemsen publiziert seit knapp 30 Jahren, hinzu kommen seine Arbeiten als Dozent, Herausgeber, Essayist und Übersetzer. Seit 1991 betätigt er sich als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Ausgezeichnet wurden seine Arbeiten u. a. mit dem Bayrischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Er ist „amnesty“-Botschafter, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Seine bisherigen Bestseller sind „Deutschlandreise“, „Gute Tage“, „Afghanische Reise“, „Hier spricht Guantánamo“, „Der Knacks“ und „Bangkok Noir“. Sie wurden in zahlreichen Sprachen übersetzt.
Der Eintritt für die Lesung kostet 10 Euro, für Schüler und Studenten 7 Euro.
Vorverkauf bei den Veranstaltern von „Der Vulkan lässt lesen“, den Buchhandlungen „Am Markt“ (Alsfeld) und „Lesezeichen“ Lauterbach), bei der OVAG unter 06031 82-1113 sowie der Sparkasse Oberhessen.
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