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14. November 2011



„Die Apfelgräfin“ Daisy von Arnim referierte

Von Marion Hoch-Henniges

Schlitz
Am 12. November fand im evangelischen Gemeindehaus das traditionelle ökumenische Frauenfrühstück statt, diesmal mit dem Titel „Die Apfelgräfin“.

Wie eine Gräfin, Äpfel und die christliche Botschaft zueinander passen, stellte Daisy von Arnim in ihrem eineinhalbstündigen Vortrag überzeugend, humorvoll und authentisch vor.

Daisy von Arnim verbrachte ihre Kindheit „im äußersten Norden“, in Oldenburg. Ihre Eltern stammen ursprünglich aus Schlesien, mussten im Krieg jedoch nach Niedersachsen fliehen, wo ihr Vater einen Tierpark gründete.
Die Trauer nach dem Verlust der Heimat und die Sehnsucht nach dem ländlichen Leben, der Landschaft und den Menschen war in ihrer Familie stets präsent. Mit sechzig Jahren wurde ihr Vater Pastor, was er als „Krone seines Lebens“ empfand.
Daisy von Arnim studierte in Tübingen und arbeitete in Göttingen als Buchhändlerin. Verheiratet ist sie mit Michael von Arnim, einem Landwirt, dessen Großvater letzter Besitzer des Schlosses Boitzenburg in der Uckermark war.

Einen entscheidenden Einschnitt in Daisy von Arnims Leben stellte der Mauerfall 1989 dar: „Die Wende war auch eine Wende in meinem Leben. `Jetzt ist alles möglich´, schoss es mir durch den Kopf, als ich kurz nach dem Mauerfall erstmals ungehindert die innerdeutsche Grenze passierte.“ (Kathrin Schultheis, Daisy von Arnim, Die Apfelgräfin, Klappentext, Francke Verlag, Marburg).

1995 zogen Daisy und Michael von Arnim nach Lichtenhain in ein kleines Gutshaus in der Nähe von Schloss Boitzenburg. Von den Dorfbewohnern wurden sie neugierig, aber auch reserviert empfangen schließlich waren sie „Wessis“, Unternehmer, Grafen und die ehemaligen Gutsbesitzer von Arnim. Die Annäherung gelang schließlich über Tupperpartys als gemeinsame Leidenschaft Daisys von Arnim und der Lichtenhainer Frauen.

„Liebeserklärung an Gott, die Uckermark und die Menschen“

Die Ankunft in der Uckermark stellte Daisy von Arnim vor die Frage: „Was soll ich mit meinem Leben anfangen?“. Auf der Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit neben dem Haushalt lag im strukturschwachen Lichtenhain die Selbstständigkeit nahe. Auf einer Autofahrt über das Gutsgelände breiteten sich Äpfel „wie ein bunter Teppich“ auf den Wiesen aus ihre Verwertung bot sich an und erwies sich als die richtige Entscheidung.
„Manchmal liegt dir das Glück zu Füßen, du musst es nur aufheben“. Die Erfolgsgeschichte von „Haus Lichtenhain“ Mosterei und Vertrieb von Apfeldelikatessen nahm ihren Lauf.

Die Frage, was sie mit ihrem Leben anfangen solle, stellte sich Daisy von Arnim auch als Christin. Als Jugendliche hatte sie davon geträumt, „Pfarrersfrau zu werden und mindestens sechs Kinder zu bekommen“. Ihr künftiger Ehemann sollte auf jeden Fall „beten können“. Wichtige Stationen auf ihrem Weg zu Jesus waren die Lektüre der Kinderbibel von Anne De Vries und studentische Gebetsgemeinschaften in Tübingen und Göttingen. Auch ihr Mann fand über Bibelkreise zum Glauben. Die tägliche Lektüre in der Bibel schaffe eine „lebendige Beziehung zu Gott“, gebe Trost und versorge sie mit Mut, Ideen und Kraft.


Daisy von Arnim versteht sich als christliche Unternehmerin. Sie möchte den Menschen in ihrer Region Arbeit geben und ihnen wie Lydia, die Purpurhändlerin in der Apostelgeschichte, Vorbild im Glauben sein. Ihre Biografie und die Geschichte ihres Unternehmens beschreibt Daisy von Arnim in dem Buch „Die Apfelgräfin“. Es sei ihre „Liebeserklärung an Gott, die Uckermark und die Menschen“, die dort leben. Das Buch basiert auf der langjährigen Korrespondenz mit ihrer Schwiegermutter und solle zeigen, dass „nichts selbstverständlich und ewig“ ist. Es solle Mut machen, seine Talente einzusetzen und auf Gott zu vertrauen.

Die geschmackvolle Dekoration und das reichhaltige Frühstücksbuffet haben Regina Alles, Sonja Ebel, Elke Fischer, Karin Gessner, Susanne Ickler, Irene Möller, Anna Salewski, Gabi Schneider, Beate Schubert-Schäfer, Martina Schwarz und alle, die in Notfällen einspringen, vorbereitet. Das musikalische Programm gestaltete Rahel Dietz auf der Klarinette, die Moderation Johanna Franke.



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