Alsfeld setzt Zeichen gegen Rechts
phw
Alsfeld
Alsfeld hat am Samstag im Vogelsbergkreis ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Dutzende Alsfelder und zahlreiche Vogelsberger verhinderten einen Informationsstand der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD).
Mit Pfiffen und Rufen wurden die Rechtsextremen an ihrem geplanten Standort in der Obergasse abgeschmettert. Die Menge der friedlichen Demonstranten machte offensichtlich Eindruck auf die Nationaldemokraten, ohne auch nur eine Information zu verkünden traten sie den Rückzug an. Von einer Menschenmenge wurden die Rechtsextremen regelrecht die Schellengasse hinunter geschoben. Dort nahm ein größeres Aufgebot der Polizei die Personalien der Rechtsextremen auf und begleitete sie zu ihren Fahrzeugen. „Die ganze Aktion lief friedlich und ohne Zwischenfälle ab“, erklärte die Polizei auf Anfrage. Sie war mit mehreren Fahrzeugen und Beamten stundenlang wegen dem geplanten NPD-Informationsstand im Einsatz.
Transparente mit Aufschriften wie „Alsfeld ist bunt“, „Ich bin doch kein Esel und glaub der NPD“ oder „Solidarität statt Leitkultur“ prangten während der Demonstration in der Obergasse. Zahlreiche Menschen, wie Alsfelds Bürgermeister Ralf A. Becker, zeigten Gesicht gegen Rechts. Während sich CDU und FDP nicht an der Demonstration gegen die NPD beteiligten, war die SPD mit ihrer Jugendorganisation zahlreich vertreten. „Alsfeld hat der NPD heute einmal mehr mit Erfolg die rote Karte gezeigt!“, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Swen Bastian. „Der Vogelsberg ist ein bunter und vielfältiger Ort und wir haben nicht zugelassen, dass die hasserfüllten Parolen der NPD-Redner in Alsfeld Gehör fanden“, so der Vogelsberger Juso-Vorsitzende Patrick Krug. Vertreter von der Evangelischen Kirche, den Parteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, dem Deutschen Gewerkschaftsbund sowie der Arbeiterwohlfahrt bekundeten vor Ort ihre Solidarität gegen die NPD.
Derzeit wirbt die NPD im Vogelsbergkreis vermehrt für ihre nationalistischen, völkischen und revanchistischen Ideologien. So hat der NPD-Kreisverband Fulda/Vogelsberg neben einer Internetseite am 27. August auch eine Facebook-Seite eingerichtet, die seitdem 639 „Gefällt mir“-Angaben verbuchen konnte.
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