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1. November 2011



ChurchNight in der Stadtkirche Schlitz

mg

Schlitz
Die Besucher der diesjährigen ChurchNight am vergangenen Freitag erlebten eine strahlende Kirche: Innen und außen farbig angeleuchtet bot die Schlitzer Stadtkirche ein ungewohntes und schönes Bild.

Anlass war der am 31. Oktober stattfindende Reformationstag. Das Motto der ChurchNight lautete in diesem Jahr „Ich bin so frei“, angelehnt an Martin Luthers Erkenntnis „von der Freiheit eines Christenmenschen“. Diese wurde im Gottesdienst zu Beginn um 19 Uhr deutlich.

Als Christen sind wir befreit von dem Zwang, es Gott recht machen zu wollen. Unser Glaube befreit uns dazu, so zu leben, wie wir es als gut für uns erkannt haben.
Ein Anspiel der Hutzdorfer Konfirmanden stellte in Frage, ob wir wirkliche Freiheit durch Strandleben, Shoppen und schnelles Autofahren erreichen können.
Bei Liedern, Gebeten und einer Zeit der Stille konnten sich die Gottesdienstbesucher fragen lassen, was für sie selbst Freiheit bedeutet.

Anschließend gab es unzählige Zimtschnecken und Apfeltaschen zu verspeisen, die von einem Hauskreis der Kirchengemeinde für diesen Abend gebacken wurden. So gestärkt konnte es weitergehen. An verschiedenen Stationen in und um die Kirche gab es viele Möglichkeiten zur Ruhe zu kommen: Die Jugendlichen konnten sich segnen lassen, eine Kerze für einen anderen Menschen anzünden und über das eigene Gottesbild nachdenken. Eine Dankeswiese wurde mit Blumen ausgelegt, in einer ruhigen Ecke konnten die Jugendlichen ungestört sitzen und zur Ruhe kommen. Mit Sorgen und Lasten beschriebene Steine machten deutlich: Uns kann ein Stein vom Herzen fallen, wenn wir uns Gott anvertrauen. „Gott liebt dich so wie du bist!“ konnten sich die Jugendlichen bewusst machen, indem sie sich eine Weile im Spiegel betrachteten und ein Fruchtgummiherz aßen.

Nachtwanderung

Am Hauptportal der Kirche brachten die Jugendlichen in Anlehnung an Martin Luthers 95 Thesen ihre eigenen aktuellen Thesen an: „Was soll sich in unserer Kirche ändern?“ Machte man sich auf den Weg nach oben Richtung Kirchturmspitze konnte Martin Luther in Gestalt von Johannes Wildner in der Türmerstube erlebt werden.
Einen besonderen musikalischen Ohrenschmaus bescherte die Schlitzer Band „2for3“, die nicht nur den Gottesdienst musikalisch begleitete, sondern im Laufe der Nacht ein rockiges Konzert gab.

Der Mitternachts-Imbiss wollte erlaufen werden, so dass sich alle Besucher auf eine Nachtwanderung unter Führung von Pfarrer Siegfried Schmidt in die Kahl begaben. Dort warteten bereits Mitarbeiter, die den Hunger stillen konnten und begeistert begrüßt wurden. Nach der Rückwanderung verwandelte sich der Kirchenraum in einen Kinosaal. Zu sehen war der Film „Die Welle“, der besonderes Augenmerk auf die Frage legte, ob unser heutiges Deutschland wieder zu einem diktatorischen Staat werden könnte, der die Freiheit des Menschen radikal beschneidet.

Im Anschluss siegte bei vielen die Müdigkeit. In der dämmrig beleuchteten Kirche zu schlafen, war ein besonderes Erlebnis. Andere setzen sich am Lagerfeuer bis zum Morgengrauen zusammen. Die ChurchNight endete am Morgen mit einem Frühstück und dem Einsammeln der in der Kirche verstreuten Habseligkeiten. Besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, Musikern und Technikern, die die ChurchNight möglich gemacht und sich für ihr Gelingen eingesetzt haben.

Martin Luther sagte vor langer Zeit: „Die Jugend soll nicht traurig sein, sondern heiter und fröhlich. Junge Menschen sollen voll Frohsinn sein.“ In dieser Nacht hätte er wohl seine Freude an den Jugendlichen gehabt, die die nächtliche Kirche mit Leben gefüllt haben. 



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