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18. Januar 2012



Festlicher Schlitzerland-Gottesdienst in der Ev. Stadtkirche

Von Sigi Stock

Schlitz
Hatte man sich tags zuvor, im Rahmen des Festaktes, mehr um das Geschichtliche und Bauliche der Jubilarin gekümmert, lag einen Tag später das Hauptaugenmerk im Festgottesdienst im 1200 Jahre langen Weg in Gottes Begleitung.

Der dem Jubiläum würdig angepasster Gottesdienst wurde von den Pfarrern Johannes Wildner, Siegfried Schmidt und Pierre Bouvain gehalten. Pfarrer Johannes Wildner oblag die Begrüßung der vielen erschienenen Gemeindemitglieder aus dem gesamten Schlitzerland, unter den Gästen Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer, Mitglieder der Stadtverordnetensitzung, Stadtverordnetenvorsteher Walter Ritz und vielen mehr. Die würdevolle musikalische Umrahmung kam vom Chor „TonArtB“ mit Dirigentin Annette Schulz, am Key-Board Victoria Sauer. Die Sänger und Sängerinnen des Chores füllten die Kirche mit ihren tollen Stimmen und den Beiträgen „This little light of mine“, „Can’t Nobody do me like Jesus“, „Gib mir die richtigen Worte“, „Vater, unser Vater“ und „Come, let us sing“.

Auch Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer begrüßte die Gottesdienstteilnehmer. Er kam noch einmal auf den tags zuvor stattgefundenen Festakt mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Schlitz zu sprechen. Die 1200-jährige Geschichte der Stadt Schlitz sei eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, eine Geschichte der Kirche und weltlichen Begebenheiten, eine Geschichte von Menschen gestaltet, von Bauern, von Arbeitern, von einfachen Menschen, von Pfarrern und Gelehrten, von Armut und Wohlstand, von kriegerischen und friedlichen Zeiten, von Tränen und Lachen, es sind die Geschichten von Menschen – denn diese stehen und standen schon immer im Mittelpunkt.

Pfarrer Siegfried Schmidt unternahm mit den Gottesdienstbesuchern, mit Hilfe der diesjährigen Konfirmanden, eine Wanderung durch das Schlitzerland. Unter dem Motto „Befiehl du deine Wege“, begann die Reise im 9. Jahrhundert unter Karl des Großen. Sie erzählte bis in die heutige Zeit die Entstehung der 15 Kirchen in den einzelnen Gemeinden. Die eigentliche Festwoche zum 1200-jährigen Kirchenjubiläum werde vom 16.-23. September 2012 begangen. Seine Predigt legte er die Zeilen vom Psalm 37-5 „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“ zu Grunde. Schmidt sprach von einer nervenaufreibenden Sache, immer den richtigen Weg zu finden. Wegsuche sei immer anstrengend und manchmal sogar richtig belastend. Das gelte beim Autofahren und noch mehr im richtigen Leben. Oft stehe man vor bedeutenden Entscheidungen und wisse einfach nicht, was man tun oder lassen soll, welche Richtung man einschlagen soll? Manche seien dazu übergegangen, sich einfach nur noch treiben zu lassen.

An diesem Wochenende schaue man auf einen 1200-jährigen Weg zurück, der ein Weg ständiger Wegsuche und Wegentscheidung war und auch in Zukunft sein wird. In der Stadtkirche werde das besonders deutlich: Unzählige Menschen sind in den letzen 1200 Jahren hier her gekommen, haben Kinder zur Taufe gebracht, sind mit den Konfirmanden den Schritt in das Erwachsenenleben gegangen, haben mit der Heirat eine Familie gegründet und haben Angehörige aus ihrem Leben verabschiedet. Nebenan gehe es in die Barbarakapelle, der Hauskapelle des Grafenhauses. Sie war in der Geschichte der Stadt nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Ort des Ringens vor Gott um gute und richtige politische Entscheidungen. Nach Gottes Wegen zu fragen, ist nicht gerade leicht, denn er lasse keine Landkarte vom Himmel fallen, auf dem der Weg haargenau eingezeichnet sei. Aber auch all zu oft stehe man vor der Enttäuschung all der redlichen Bemühungen und eingeschlagenen Wege.

Wir wissen, dass bewusste und verantwortliche Lebensführung kein Garant für das Gelingen unseres Lebens ist. Wenn man in diesem Jahr auf eine lange Geschichte zurückschaut, dann entdeckt man in den Höhen und Tiefen des Lebens der Menschen hier am Ort, auch die vielfältige Fürsorge Gottes, dessen Ziel es sei das Leben trotz allem, trotz aller Schicksalsschläge und trotz unserer eigenen Fehler wohl zu machen. Pfarrer Schmidt schloss seine Predigt mit den Worten: Wir haben in diesem Festjahr Grund zum Feiern. Hinter uns liegen 1200 Jahre unzähliger erlebter Beweise der Treue Gottes. Dieses uralte Haus ist ein Symbol für die unerschütterliche Treue Gottes zu uns hier am Ort. Was liegt da näher, als uns persönlich und das Leben unserer Stadt diesem treuen Gott neu anzuvertrauen.

Pfarrer Pierre Bouvain führte die Kirchengemeinde in den Schluss des Gottesdienstes der mit Gebeten, dem gemeinsamen Vater unser, dem Segen Gottes und dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ schloss. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gemeindemitglieder ins Stehkaffee im Evangelischen Gemeindehaus eingeladen. Bei Kaffee, Tee, kleinen Kuchen und Fettebrot wurde sich angeregt unterhalten. An einem kleinen Büchertisch von Marianne Zuber bot sich die Gelegenheit, die herausgegebenen Gedenkmünzen in Silber und die Festschrift zum 1200-jährigen Jubiläum zu erwerben, des Weiteren auch die aus altem Holz (Balken) gefertigten Kreuze. Hinterbliebene Zeitzeugen aus dem vergangenen 17. Jahrhundert.



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