Fulda +14°/+3°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
15. Oktober 2012



Frank Schröder: „Bald werden alle Robopoppen!“

Von Gerhard Otterbein

Schlitz
Einmal Punker, immer Punker? Nicht immer! Der gebürtige Schlitzer Toto Dietrich ist mal wieder musikalisch solo unterwegs und „Nevermind“, die Band in der er seit 15 Jahren an der Schießbude sitzt, kocht auf Sparflamme.

Die Punkjungs mit Dame, das Trio wird erwachsen. Musik wird zur zweitschönsten Nebensache der Welt. Nur bei Toto Dietrich scheint das nicht der Fall zu sein. „Ich experimentiere gerne mit den Stilrichtungen“, sagt der Vollblutmusiker, „und ich kann Kopf, Hände und Füße nicht stillhalten.“ Nach dem Soloprojekt „Egotrip“ folgt das Zweite „Roboshit“. „Alphatier“ und „Ich bin ein Robotor“ lauteten die in 2011 veröffentlichten Lieder, welche Toto als Musik aus der Dose beschreibt – gemeint ist der Computersound, wofür er kein Instrument in die Hand nahm. Es ist eben „Neue Musik“ – so auch der aktuelle Titel – lustig im Text und mit fetten Bässen im Ohr, die von dort aus den Herzschlag übernehmen. Totos neuste Veröffentlichung ist auf dem Weg in die Feierhochburgen und Tanztempel und in die Top Ten einiger Radiosender. Die Branche wird verstärkt auf den Mittdreißiger aufmerksam. Er hat alles, was die perfekte „Rampensau“ braucht. Dabei kommt seine Stimme sehr sympathisch am Mikrofon rüber, wenn er Interviews gibt und davon glaubwürdig erzählt, dass er Musik aus purem Spaß macht.

„Ich denke mir unwahrscheinlich gerne Lieder aus: ob im stillen Kämmerchen, in der Natur oder unter Leuten.“
Nur noch Musik zu machen, könnte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen. Er ist eben auch Sozialpädagoge im Schuldienst mit Leib und Seele. Frank Schröder, Entertainer, Sänger, Schauspieler und Musikproduzent hält große Stücke auf den Schlitzer Punker. Er nennt ihn den Erfinder des „Robopop“.  Schröder hat den Vertrieb von „Neue Musik“ übernommen und sagt über Roboshit allgemein: „Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, werden alle Robopoppen!“ Viele kennen Frank Schröder als Briefträger Berti aus der ZDF-Kultserie die Schwarzwaldklinik. Kaum jemand vermutet hinter dem Plattenlabel Allmusica in Hamburg den erfolgreichen Entertainer.

„Toto Dietrichs „Neue Musik“ gefällt mir persönlich gut!“ Ferner schätzt er die „Überlebenschance“ im Haifischbecken des Showbiz auf sehr gut ein. „Er ist kreativ, hat Lust auf Musik. Toto braucht jetzt nur noch etwas mehr Mut.“ Toto weiß, dass Frank Schröder damit auf sein Festhalten am Hobbymusiker anspielt.  Nomen est omen: streicht man im Namen RoboShit das „S“ – dann bleibt RoboHit. Vielleicht ein Wink des Schicksals? Aber trotz Hitverdacht findet Frank Schröder deutliche Worte: „Am Anfang geht es nicht um Verkaufszahlen. Das ist nur für die Börsenorientierten Major Labels von Interesse.“ Welchen Rat kann ein „Alter Showhase“ dem Nachwuchs mit auf den Weg geben? Die Antwort verblüfft. „Gar keinen! Jeder kann und weiß heute alles besser. Das gilt für ALLE!“

Dennoch probiert es der „Alte“ weiterhin mit den Jungen. Generationskonflikte machen eben nicht vorm Showbiz halt. Frank Schröder verlässt sich auf sein Gespür und bleibt an Toto dran. Der ist noch nicht soweit, um sein Leben nach der Musik auszurichten. Dennoch arbeitet er kontinuierlich weiter an seinen Projekten.  Vielleicht sieht es anders aus, wenn der Showblitz einschlägt und der Erfolg den Musiker überrollen würde. Anfang 2013 könnte das gleich mit drei Neuerscheinungen von „Roboshit“ passieren. Übrigens der Name kommt von einer Vision, als der musikmachenden Roboter erstmals die Erde betritt und der kleine große Schritt in einem Hundehaufen endet. Man stelle sich vor, Ähnliches wäre Nils Armstrong auf dem Mond passiert.

Die Songs von Roboshit stehen bei iTunes, Musicload und Amazon und allen anderen Shops zum download bereit.


Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden