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1. Oktober 2012



Gemeindefest rund um die Schlitzer Stadtkirche

Von Sigi Stock

Schlitz
Der Sonntag, der letzte Tag der Festwoche, anlässlich des 1200jährigen Geburtstages der Evangelischen Stadtkirche, bot den vielen Besuchern noch einmal einen angebotsreichen Festtag.

Begonnen wurde dieser mit einem Familiengottesdienst, gehalten von Pfarrer Siegfried Schmidt. Der Familiegottesdienst stand unter dem Motto „Das Haus auf dem Felsen“.  Die Predigt wurde mit passenden Bildern zum Bau eines Hauses unterlegt. Seit 1200 Jahren, so Pfarrer Schmidt, stehe die Kirche nun schon dieser Stelle, eine sehr gute Stelle. Der Stadtberg sei hoch und aus stabilem Felsen. Hier oben habe die Kirche so manches Unwetter überstanden. Manchmal sei sie dabei auch beschädigt worden. Trotzdem: in den 1200 Jahren habe kein Unwetter es je geschafft, diese Kirche umzuhauen. Sie blieb immer stehen, denn sie ist auf einem sehr stabilen Felsen gegründet. Auch Jesus verglich sein Leben mit einem Haus, das stabil auf einem Felsen gegründet sein muss, damit es nicht so leicht umfällt. Das heißt: unzufrieden wird oder keinen Mut, keine Freude und Lust am Leben mehr hat.

Es folgten kleine Geschichten  zweier Männer die jeweils einen Platz zum Bau ihres Hauses suchten  u, a. auf einem Felsen wo es trotz eines Unwetters unbeschädigt blieb. „Jesus sagt, wer auf meine Worte hört,  der baut ein gutes Lebenshaus“. Der andere baute seines am Strand, da er keine Zeit hatte. Kaum eingezogen, zeigte es schon Mängel. Ein Unwetter spülte den Sand weg, sein Haus fiel zusammen. Jesus sagt: Denkt an euer Leben. Ich bin wie der Felsen des klugen Mannes. Wer mir vertraut, den lasse ich  niemals umkommen“. Pfarrer Schmidt am Ende seiner Predigt: Jesus hat wirklich recht. Seit 1200 Jahren haben die Menschen  hier in Schlitz ihr Leben auf Jesus gebaut. Haben ihm, wenn es in ihrem Leben schlimm wurde, vertraut.

 Sie haben in dieser Kirche immer wieder auf die Worte Jesu gehört, wie man sein Lebenshaus richtig baut. Haben Mut bekommen, wurden getröstet, haben gesungen und gefeiert und waren fröhlich. Wer diese alte Kirche sieht, der soll es nicht vergessen: Vertraue ganz auf Jesus. Er ist ein stabiler Fels für dein Lebenshaus! Dieser „stabile Fels“ wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes von den gesamten Gottesdienstbesuchern umarmt. Man bildete einen großen Kreis um sie herum, gemeinsam wurde dazu „Gott wohnt mit uns, worauf du dich verlassen kannst. Gott wohnt unter uns. Gott mein Fels“ gesungen. Die weitere musikalische  Umrahmung des Familiengottesdienstes oblag dem Vokalensemble “Vamos con Dios“ mit „Komm heraus aus deiner Ecke“,  „Ihr seid das Salz der Erde“,  „Wo ein Menschs Vertrauen gibt“, „Zärtlich wachsen, still vertraun“.

Im Anschluss daran traf man sich zum traditionellen Kirchenkaffee im Evangelischen Gemeindehaus. Wer sich für Informatives und Geschichtliches rund um das „Geburtstagskind“ interessierte, nahm an der speziellen Kirchenführung mit Nachtwächter Gottfried Ickler teil, stieg mit den Küstern hinauf in den Glockenturm oder hinab in die Tiefe. Die Gruft unter dem Alterraum wurde aus diesem Anlass extra geöffnet. Wer es etwas ruhiger mochte, blieb beim gemütlichen Beieinander im  Gemeindehaus. Der Besucher konnte hier Holzkreuze, gefertigt aus den alten Balken des Kirchturms, Fotokalender oder auch die Jubiläumsmünze in Silber, käuflich erwerben. Gegen den Hunger gab es zur Mittagszeit einen deftigen Eintopf, Kartoffelsalat, Würstchen, dazu frisches Bauernbrot. Für die großen und kleinen Naschkatzen lud das Kuchenbüfett ein.

Der Höhepunkt des Tages und gleichzeitig der Abschluss der kirchlichen Festwoche, war die Aufführung des Theaterstücks „Robbi, Tobbi und das FlieWaTüüt“ vom Figurentheater „Con cuore“, Stefan P. und Virginia Maatz. Das Gemeindehaus platzte schier aus allen Nähten. Alle wollten - ob Mamas, Papas, Großeltern, Geschwisterkinder und natürlich die Kleinen incl. der dagebliebenen Besucher - das bekannte Stück sehen. Mit viel Herz und Witz spielten und erzählten die Beiden die Geschichte des kleinen Jungen Tobbi der mit Robbi, einem Roboter, und seiner selbst  gebastelten Flugmaschine „FlieWaTüüt“ einige Abenteuer zwecks  Lösung der Roboterprüfungsaufgaben bestehen muss.

Natürlich mit einem Happy End! Der gesamte Saal gab vor Begeisterung immer wieder Szenenapplaus. Ebenso stürmisch war der Schlussapplaus für diese tolle Neuinszenierung. Pfarrer Johannes Wildner dankte zum Ende noch einmal dem Ehepaar Maatz für ihre beiden Spielaufführungen  im Rahmen der Festveranstaltungen der Evangelischen Stadtkirche. Des Weiteren allen fleißigen Händen, die in der gesamten Woche ihr Engagement zum Gelingen der einzelnen Feierlichkeiten eingebracht hatten.                              


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