Jazz, Dixie and more im Schlossgarten
sigi
Schlitz
Die Sonne brachte es an den Tag, ein mehr als gut gefüllter Biergarten von Schloss Hallenburg mit bestens gelaunten Besuchern. Mauer und Wiese boten sich, für alle die keine Sitzgelegenheit mehr ergattern konnten, auch bestens dafür an.
Am Himmelfahrtstag passte perfekt alles zusammen. Es wurde im Rhythmus mit den Fingern geschnippt, mit den Füßen gewippt, es gab Szenenapplaus. Man genoss es. Es war ein Vormittag zum Seele baumeln lassen. Auch so, Sie wissen noch gar nicht was ich eigentlich meine: der musikalische Frühschoppen mit der Dixie-Band „Four and More Jazzmen“. Im vergangenen Jahr wurde ihr Auftritt, auf Grund des schlechten Wetters, kurzfristig abgesagt.
In diesem Jahr zeigte sich Petrus von seiner besten Seite. Die Liebhaber von Oldtime-Jazz und Swing kamen voll auf ihre Kosten. Die sechs Herren unterhielten das Publikum zum Einen mit Anekdoten passend zu den ausgesuchten musikalischen Beiträgen aus ihrem reichhaltigen Repertoire u. a. aus der musikalischen Feder von Joe King Oliver (1927) zu dessen Interpreten auch der legendäre Louis Armstrong zählte, oder George Gershwine „Lady be good“. Des Weiteren auch das Stück „High Society“. Mehr als zum Schmunzeln waren die Songs, die mit hessischer Mundart unterlegt waren.
„Was is bassiert, ich lieg off de Bless?“ „Frankfurter Kaiserstrass“, „Lisbeth“, „Döner sind echte Dröhner“ oder auch „Der Scheich aus dem Orient“. „Four and More Jazzmen“ gefiel es im Biergarten so gut, dass sie weit länger als ihre angekündigte Zeit das Publikum unterhielten. Dieses dankte es ihnen mit viel Applaus. „Just a little while to stay here“.
Eine kleine Erläuterung zu „Oldtime-Jazz“: Er ist eine Art Oberbegriff für alles, was vor dem Bebop passierte, also die Jahre zwischen 1910 und 1940/50 etwa. Der Begriff ist zu pauschal und unzureichend wie auch die später geprägte Bezeichnung „modern“ Jazz, mit dem die Entwicklungen seit dem Entstehen des Bebop zusammengefasst werden. So unterteilte man den „Oldtime“ in die „Two Beat“ und die „Four Beat“-Stile, womit einer rhythmischen Entwicklung Rechnung getragen wurde.
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