Kommunalverwaltung und Unternehmen tauschten sich aus
Von Alfred Hahner
Vogelsbergkreis
Auf Einladung der Kreisverwaltung und des Regionalausschusses Vogelsberg der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg trafen sich am Montag im Kreishaus die Spitzen der Kreisverwaltung und 15 mittelständische Unternehmen aus dem Vogelsbergkreis zum Meinungsaustausch.
Die Veranstaltung soll als Kommunikationsplattform zwischen der landrätlichen Verwaltung und den Vogelsberger Unternehmen dienen, um Kritik und Anregungen zu artikulieren. Auf diese Weise soll die Zusammenarbeit noch effektiver gestaltet werden. Dabei, so Landrat Marx, gehe es auch um die schnellere Bearbeitung von diversen Anträgen der Unternehmen und um Gütekriterien, die für eine Zertifizierung erforderlich seien. So werde künftig auch eine Beschwerdestelle bei der Kreisverwaltung eingerichtet.
„Wirtschaftsfreundliches Handeln der Verwaltung ist uns wichtig, um den Vogelsbergkreis noch attraktiver zu machen“, erklärte Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, Norbert Jäger. Nach einer kürzlich durchgeführten Umfrage bei den Unternehmen seien 77 Prozent mit der Verwaltung zufrieden gewesen. Eine kooperative Verständigung und Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sachbearbeitern solle angestrebt werden. „Das angestrebte Gütezeichen dokumentiert die Ernsthaftigkeit der Verwaltung“, stellte Jäger fest.
Landrat Marx erklärte: „Wenn es um Wirtschaftsangelegenheiten ging, haben wir uns immer eingesetzt.“ Allerdings dürfe es auch keine falschen Versprechungen von Seiten der Verwaltung geben. „Wir haben stets die Nähe zu den Unternehmen gesucht und uns bemüht, den Unternehmen, die sich an die Verwaltungen wandten, zu helfen.“
Auch der Erste Kreisbeigeordnete Manfred Görig war mit Marx der Meinung, dass der Mittelstand unterstützt werden müsse. Er sei zuversichtlich, das Gütezeichen zu erhalten, so Görig, der auch darauf hinwies, dass es nicht selten Probleme zwischen den Behörden gebe. Deshalb sei die Einrichtung einer Beschwerdestelle wichtig. Tauchten Probleme auf, müssten sie von der Kreisverwaltung gelöst werden: „Denn das ist unsere Pflicht.“
Zurzeit wird eine Kundenzufriedenheits-Analyse durchgeführt. Das gab Projektleiter Richard Schaap vom Hauptamt bekannt. Dazu seien 180 heimische Unternehmen angeschrieben worden. Es gebe aber erst 30 Rückmeldungen.
Es schloss sich ein reges Frage- und Antwortspiel an: Marx wies darauf hin, dass die Wirtschaftsförderung des Kreises von den Unternehmen angesprochen werden könne und dass die Beratung kostenlos sei. Im Übrigen seien auch Informationen im Internet unter www.vogelsbergkreis.de abrufbar.
Norbert Jäger sprach die Themen Grund- und Gewerbesteuer, Gewerbean- und -abmeldungen, das Liegenschaftswesen, Fragen des Umweltschutzes, Nachbarstreitigkeiten, die Bereitstellung von Fördermitteln sowie Genehmigungen und diverse Bescheide an. Manfred Görig vertrat die Ansicht, dass alle Versuche gemacht werden müssten, um Knoten zu entwirren. Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Unternehmen sei dabei wichtig.
Bernd Günther von dem Unternehmen Günther-Anlagenbau war der Meinung, dass der Kreis mehr reagieren müsse, und trat für die Errichtung einer Datenbank ein. Die, so Landrat Marx, existiere, zum Beispiel bei Vogelsberg-Consult.
Und der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Lauterbach-Schlitz, Norbert Lautenschläger, wünscht sich mehr Bringschuld durch den Kreis.
Görig trat dafür ein, dass man sich in dieser Runde jedes Jahr treffen solle mit einem noch größeren Teilnehmerkreis.
Norbert Jäger sprach das Thema Breitbandanschluss an und bat den Kreis, aktiv zu werden, um eine Verbesserung zu erreichen. Marx wies auf die Schwierigkeiten, aber auch auf die Bemühungen des Kreises hin, und meinte, „die Grundversorgung bekommen wir hin“. Auch Görig war zuversichtlich, das Problem zu lösen und meinte, „wir müssen es selbst in die Hand nehmen, wir brauchen einKonzept für alle und wir müssen darauf achten, dass alle Ortsteile ans Netz angeschlossen werden“.
Richard Schaap stellte fest, dass die meisten Unternehmen mit der Kreisverwaltung scheinbar zufrieden sind, räumte aber ein, dass die Dokumentationen der Verwaltung nicht immer vollständig waren.
Der Servicegedanke aber kam von der Verwaltung, Defizite werden abgearbeitet. „Wo wir helfen können, tun wir es“, sagte Landrat Marx abschließend und dankte Norbert Jäger für die Unterstützung von Seiten der IHK Gießen-Friedberg.
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