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9. August 2012



Museum erhielt eines der ältesten Fotos von Schlitz

pz

Schlitz
Gesamtaufnahmen von Schlitz, die vor dem Jahr 1900 entstanden sind, gibt es wenige. Eine davon hat die Apothekerin Grothe aus dem Nachlass der jüngst verstorbenen Apothekerin Elisabeth Hahn dem Burgmuseum liebenswürdig überlassen.

Es handelt sich um ein gerahmtes Bild, in dessen Mitte sich ein auf Karton aufgewalzter, im Kontaktverfahren hergestellter Albuminabzug mit einer Gesamtansicht von Schlitz befindet. Die gedruckte Unterschrift über dem Foto weist den Hersteller aus: August Mencke. Dieser hat sich als Fotograf und Verleger einen Namen damit gemacht, dass er zwischen 1860 und 1880 zahlreiche Herrenhäuser und andere Ansichten von Orten erstmalig fotografiert und zum Teil in Form von Alben in den Handel gebracht hat.

Die Ansicht von Schlitz ist auch in diesem Zeitraum erschienen, und man kann diesen sogar noch weiter eingrenzen, denn der einsame kleine Baum, den man an der Weggabelung des Bildes sieht, dürfte die Friedenseiche sein (Einmündung der Straße zum Heidgraben), und die ist bekanntlich 1871 gepflanzt worden.

Was an dem großzügigen Geschenk weiter bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass Georg Christian Dieffenbach über  das Foto den vollständigen Text seines „Schlitzer Liedes“ (das ursprünglich den Namen „Die Vaterstadt“ trug, handschriftlich eingetragen hat. Veröffentlicht wurde der Text erstmalig 1887 (SIPPEL, „Schlitzer Bote“, 14.3.1996).
Das Foto ist also mit einiger Sicherheit in den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden. Und was sieht man darauf?

Es handelt sich um einen Blick von Norden, etwa vom östlichen Heidberg (oberhalb des „Heidbergweges“) aus. Die gebogene Straße links im Bild ist die heutige Bahnhofstraße – noch völlig unbebaut –, der Weg der von rechts in die Bahnhofstraße einbiegt, der „Heidgraben“. Rechts im Bild die damals noch wenig bebaute „Seelbüde“ mit dem Eckhaus zur Poststraße (Kunz). Das lange Gebäude im rechten Bildteil ist die ehemalige Schreinerei Paul (davor gräfl. Holzmagazin), das erste Haus „Auf der Wacht“ und der „Waldorf-Kindergarten“ stechen als große Gebäude weiter links hervor.

Das bemerkenswerte Foto mit Dieffenbach-Text kann im Dieffenbach-Zimmer des Museums besichtigt werden.      


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