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20. Februar 2012



Neue Krabbelgruppe im Katholischen Pfarrhaus

Von Sigi Stock

Schlitz
Teilweise noch ein bisschen kleiner und zierlicher ist die Einrichtung der neuen Krabbelgruppe im Katholischen Pfarrhaus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul.

Mit viel Liebe wurden die Räume für die Kleinsten – U 3 (1½ bis 3 Jahre) – gestaltet und eingerichtet. Hektik und Lautstärke sind hier noch ein Fremdwort. Liebevoll kümmern sich die drei Mitarbeiterinnen, von morgens 8 bis nachmittags um 16 Uhr, Anne Schleich, Sabrina Eckhardt und Johanna Spiegel, um die im Moment vier kleinen „Dreikäsehochs“. Alle zehn Plätze sind für das laufende Kindergartenjahr bereits komplett belegt.

Eigens hierfür wurde der alte Pfarrsaal in den ersten Stock verlegt. Im Erdgeschoss entstand ein wunderschöner Spiel-/Aufenthaltsraum, ein Kinderbad mit sanitären Einrichtungen, Wickeltisch, ein kleiner Schlafraum für den täglichen Mittagsschlaf, Küche etc. Die Kosten der gesamten Umbaumaßnahme beliefen sich auf 50.647,20 Euro. Begonnen wurde mit den Bauarbeiten Mitte September vergangenen Jahres.

Zur offiziellen Einweihung der Kinderkrippe – Krabbelgruppe –, sie ist bereits seit einem Monat im Betrieb, war hoher Besuch vom Bistum Mainz erschienen. Prälat Generalvikar Dietmar Giebelmann wurde von Pfarrer Heinrich Schäfer, Landrat Rudolf Marx und Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer herzlich begrüßt. Unter den weiteren Gästen die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Christophorus, Silvia Becker, Maria Dehler-Porsche – Vors. des Pfarrgemeinderates – sowie Renate Kern, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul. Von städtischer Seite wohnten Bettina Merle (Stadtbauamt) sowie Heidrun Stein, Fachbereich Bürgerdienste, der Einweihung bei.

Pfarrer Heinrich Schäfer kam zu Beginn seiner Ausführungen auf den Werdegang der Einrichtung zu sprechen. In letzter Zeit kristallisierte sich eine grundsätzliche Änderung in der Kinderbetreuung der Eltern für ihre Kinder heraus: Die Tendenz ging in die Richtung der früher beginnenden Betreuung. Kirche und Stadt stellten dazu gemeinsame Überlegungen an.

Die betreuenden Einrichtungen, städtisch wie kirchlich, konnten diese hohe Zahl an unter 3-Jährige nicht mehr auffangen. Man war zu der Überzeugung gelangt, das eine „Krabbelgruppe“, ausschließlich für unter 3-Jährige ein Lösung für das Problem sei. Die Räte der Pfarrei und die Verantwortlichen beratschlagten und fanden Hilfe. Der Pfarrsaal wurde kurzerhand nach oben verlegt, das Büro des Pfarrers erhielt eine mobile Gestaltung, das Pfarrbüro wurde verkleinert. Heinrich Schäfer dankt allen Verantwortlichen für die Unterstützung und Hilfe, u.a. auch dem Vogelsbergkreis für die Finanzierung der notwendigen Baumaßnahmen, sowie der Leiterin der katholischen Kindertagesstätte, Silvia Becker, für das gelungene Netzwerk zwischen Pfarrei und Kita. Ohne dieses Netzwerk wäre die Krabbelgruppe nicht möglich gewesen.

Keine Absagen für Kindergartenjahr 2012/2013

Ein Dank richtete Pfarrer Schäfer auch an Bürgermeister Schäfer für das geschenkte Vertrauen. „Vertrauen schenken uns auch die Eltern wenn sie uns ihre Jüngsten anvertrauen. Trotzdem kann die Betreuung in einer solchen Einrichtung die Geborgenheit in der eigenen Familie nicht ersetzen. Die Mütter und Väter sehen nicht, wenn ihre Kleinen die ersten eigenen Schritte tun, die ersten Worte sprechen, es wird eine Beziehung zu der Erzieherin aufgebaut. Um so mehr tue es dann weh, sie wieder abgeben zu müssen. Wir schätzen uns glücklich“, so Pfarrer Schäfer weiter, „dass auch die katholische Kirche mit dieser Einrichtung etwas zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt beitragen dürfe.“

Prälat Generalvikar Dietmar Giebelmann überbrachte die Grüße von Kardinal Lehmann. „Es sei schon ungewöhnlich, dass aus einem Pfarrhaus fröhliches Kinderschreien klinge. Bei diesem Beispiel erlebe man wie sich Kommune und Kirche einander ergänzen. Die Eltern vertrauen uns“, so Giebelmann, „das Wichtigste an, was sie haben: ihr Kind. Sie geben das Liebste, was ihnen gegeben ist, in unsere Hände. Wir sagen ihnen, es ist bei uns gut aufgehoben. Wir ersetzen die Eltern nicht, wir helfen ihnen bei der Erziehung!“ Landrat Rudolf Marx wünschte den Mitarbeitrinnen bei ihrer Arbeit viel Erfolg. Des Weiteren dankte er für das Engagement, eine solche Einrichtung sei ein positives Signal für die Eltern, die die Hilfe für die Betreuung ihrer Kleinsten in Anspruch nehmen möchten. Die Nachfrage auf freie Kindergartenplätze habe sich mittlerweile entspannt, man könne jedem Kind einen Platz anbieten, so Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer in seinen kurzen Ausführungen. Für das Kindergartenjahr 2012/2013 gab es keine Absagen.

Da die gewünschte und erhoffte Übernahme der Kindergartengebühren durch den Bund nicht erfolgt sei, erhebe die Stadt Schlitz ab dem neuen Kindergartenjahr wieder Gebühren: Halbtags 60 Euro, für einen Ganztagsplatz 90 Euro, für die U3-Gruppe 120 Euro. Während eines kleinen Rundgangs wurden die neuen Räume von Prälat Generalvikar Dietmar Giebelmann gesegnet. Im Rahmen seines Besuches trug sich der Gast aus dem Bistum Mainz auch in das Goldene Buch der Stadt Schlitz ein.



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