Nutzung der Windenergie eine wichtige Zukunftsentscheidung
Rimbach
Nach einem allgemeinen Rückblick auf die Schwerpunkte und Erfolge seiner Arbeit für das gesamte Schlitzerland sowie speziell für Rimbach ging Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer auch auf die Nutzung der Windenergie ein.
Während seiner Amtszeit, so der Bürgermeister zu Beginn seiner Ausführungen über Rimbach, sei für den Stadtteil viel erreicht worden. Im Einzelnen nannte er u. a.
- Die Erschließung und Erweiterung des Neubaugebietes
- Die Sanierung, Erweiterung und Erneuerung der Kläranlage
- Zahlreiche Arbeiten in und am DGH
- Ausbau der Verbindungsstraße „Am Lutzenrain“ / „Auf dem Stück“
- Die Anschaffung einer Tragkraftspritze für die Feuerwehr
- Die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes
- Die Errichtung einer Kanuanlegestelle
- Die Demontage von Ortsnetzfreileitungen und umfangreiche Verkabelungsarbeiten
- Die Befestigung von Feldwegen im Zweispurverfahren
Wie in allen Stadtteilen bedankte sich der Bürgermeister auch in Rimbach für die von den Ortsbürgern erbrachte Eigenleistung, ohne die manches nicht hätte erreicht werden können. „Eigenleistung“, so Hans Jürgen Schäfer, „ist immer das Zeichen einer funktionierenden Dorfgemeinschaft unter der klugen Führung eines Ortsvorstehers bzw. Ortsbeirates, der das entscheidende Gelenk zwischen Magistrat und Ortsbürgerschaft darstellt und in vielen Dingen mit gutem Beispiel vorangeht.“
Nutzung der Windenergie
Einen wichtigen Teil seiner Ausführungen nahm die auch im Schlitzerland diskutierte Nutzung der Windenergie ein.
Durch den politisch gewollten Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahre 2020 müsse der dort erzeugte Strom in relativ kurzer Zeit aus erneuerbaren Energiequellen kommen, sonst gingen alsbald „die Lichter im wahrsten Sinne des Wortes aus.“
Die Bewältigung dieses Problems sei nicht einfach, denn der Atomausstieg und die Umstellung auf alternative Energiequellen müssten neben allen technischen Problemen für den normalen Bürger auch noch bezahlbar bleiben.
Nachdem das Schlitzerland im Bereich der Photovoltaik-Anlagen (PV) bereits sehr gut aufgestellt sei – z. Zt. gebe es rund 260 Anlagen -, sei in letzter Zeit die Nutzung der Windenergie in den Fokus gerückt.
Ausführlich und kompetent ging der Bürgermeister auf den derzeitigen Sachstand ein: „Zurzeit weist der gültige Flächennutzungsplan für das Schlitzerland keine Windvorrangflächen aus. Ausgangslage für die Betrachtung von Windenergie im Schlitzerland ist die Windpotenzialanalyse des Regierungspräsidiums. Dort wurden Windvorrangflächen ausgewiesen unter Beachtung der Windhöffigkeit, der Abstände zu bebauten Gebieten ( 1,5. Km), Naturschutzgebieten und Flussauen.
Heraus kamen 5 zusammenhängende Gebiete im Schlitzerland, die relativ großflächig waren. Eine erneute Bearbeitung durch den RP hat die Windgeschwindigkeit in 145 m Höhe auf 5,75 Meter pro Sekunde festgelegt.
Dadurch haben sich die Flächen auch im Schlitzerland erheblich reduziert, sind jetzt aber nicht mehr zusammenhängend, sondern auf ca. 10 Kleinstflächen zersplittert. Das ist ungünstig, weil so exponierte Standorte wie der Tempelberg, Sängersberg und Eisenberg dabei sind. Die Stadt favorisiert dagegen ein oder zwei zusammenhängende Flächen, z. B. entlang der Grenze zu Grebenau. Dort müssen wir jetzt nachweisen , ob es genug Wind gibt. Boscor Forst hat auch an dieser Fläche Interesse. Man hat deswegen einen Probemast zur Windmessung aufgestellt und ein Gutachten in Auftrag gegeben, weil die Windgeschwindigkeiten des RP angezweifelt werden, die alleine auf rechnerischen Ergebnissen des TÜV beruhen. Die OVAG hat Interesse an einer Fläche an der Grenze zu Angersbach.“
Das städtische Interesse
Auf das städtische Interesse an der Nutzung der Windenergie eingehend, stellte der Bürgermeister 5 Grundpositionen fest:
1. „Wir wollen Windenergie dort, wo es naturverträglich geht und nicht die Menschen stört.
2. Wir wollen dabei auch städtischen Flächen einbeziehen
3. Wir wollen, dass möglichst viel von der Wertschöpfung im Schlitzerland bleibt.
4. Wir wollen, dass auch unsere Bürger die Möglichkeiten bekommen, sich an der Nutzung der Windenergie zu beteiligen.
5. Wir wollen möglichst keine Zersplitterung der Windkraftanlagen und somit eine Verspargelung der Landschaft.“
Zum Abschluss seiner Ausführungen warnte der Bürgermeister alle Bürger davor, bereits zum jetzigen Zeitpunkt auf scheinbar verlockende Angebote bestimmter Anbieter von Windkraft einzugehen. Dazu Hans-Jürgen Schäfer wörtlich: „In Rimbach und Queck gab es Bemühungen von einer Firma, sich Flächen zu sichern über Verträge mit Landwirten zwischen Queck und Rimbach auf der anderen Seite der Fulda. Dort befinden sich aber keine Windvorrangflächen. Die Verträge sind deswegen für die Papiertonne !“
Nach den Ausführungen des Bürgermeisters ergriff Ortsvorsteher Wilfried Susemichel das Wort und bedankte sich im Namen des Ortsbeirates bei Hans-Jürgen Schäfer für die gute Zusammenarbeit, der immer ein offenes Ohr für die Belange von Rimbach gehabt habe. Die anschließende Diskussion beschäftigte sich mit Einzelfragen zur Nutzung der Windenergie und der dafür notwendigen Standorte, mit der Zukunft der ärztlichen Versorgung im Schlitzerland, der letzten Feuerwehrübung in Rimbach, die im Ernstfall die Evakuierung der umliegenden Wohnhäuser bedeutet hätte, der Neuregelung der Wasserversorgung im Unteren Fuldagrund und verschiedenen örtlichen Anliegen, die von Wilfried Susemichel vorgetragen wurden.
Neben dem Zustand des Brückenwegs, den zu niedrig sitzenden Kanaldeckeln innerhalb der Ortsdurchfahrt, einer erforderlichen Sanierung der Straße „Am Beerrain“, dem schlechten Zustand der Holzabfuhrwege, der Sanierung des Bachlaufs oberhalb der Straße und der teilweise extremen nächtlichen Raserei durch Rimbach ging es um einen äußerst interessanten Vorschlag zur Errichtung eines Altentreffs am DGH in Rimbach, wozu nur wenige bauliche Veränderungen notwendig sind. Der Bürgermeister war von dieser Idee sehr angetan, da sie in die zur Zeit geführte Diskussion um die Attraktivitätssteigerung der DGHs und die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des demographischen Wandels sehr gut passe. Er sagte sofort zu, sich nach Bezuschussungsmöglichkeiten für diese Maßnahme erkundigen zu wollen.
Zu allen Fragen konnte Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer kompetent Stellung nehmen und offen-
barte dabei sein enormes Detailwissen und seine Kenntnis des Schlitzerlandes. Präzise Antworten statt Sprechblasen und hohler Phrasen zeigten seine große Erfahrung im Amt, die ihn für eine weitere Amtsperiode prädestinieren.
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