Private Haushalte und Kommune von Rohrbrüchen betroffen
Von Hans-Peter Saurwein
Schlitz
Viele hatten den Winter Ende Januar schon abgehakt, als plötzlich am letzten Januarwochenende die Temperaturen rapide absackten. Fast genau zwei Wochen lang Temperaturen jenseits von Minus achtzehn Grad ließen alles schlagartig einfrieren.
„So viele eingefrorene Wasserleitungen und auch Heizungsrohre hatten wir schon lange nicht mehr“, resümiert Installateurmeister Fritz Schienbein aus Bernshausen. In einer Zeit, in der Handwerker eher weniger zu tun haben, hätten seine Monteure rund um die Uhr arbeiten können. Gut zwanzig Einsätze hatten sie in Privathaushalten zu verzeichnen, vom eingefrorenen Wasserrohr bis zur Heizung, die versagte. „Es war zu schnell zu kalt. Wer da nicht gleich die Heizung richtig aufgedreht hat, dem sind die Leitungen eingefroren“, ist die Bilanz des Handwerksmeisters.
Anders getroffen wurde das Ehepaar Helga und Albrecht Burkhardt. „Wir sind am 28. Januar aus dem Urlaub zurück gekommen. 23 Grad auf Fuerteventura, minus 20 Grad in Schlitz – das war ein Schock“, erzählt Albrecht Burkhardt. „Es hat dann auch nicht lange gedauert und uns ist ein außenliegendes, wasserführendes Rohr eingefroren“. Dieses Problem hat der Heimwerker aber schnell selbst gelöst und es ganz langsam aufgetaut.
Unter der Erde dauerte es etwas länger. „Seit Freitag, dem 10. Februar, sind wir ständig im Einsatz, jeden Tag wird mindestens ein Rohrbruch gemeldet“, erzählt Thomas Rippl, Leiter der städtischen Wasserwerke.
Auch er sitzt zum Zeitpunkt der Nachfrage nicht im warmen Büro, sondern ist mit seinen Leuten draußen auf der Baustelle, auf der Suche nach einem neuen Leck. „Bahnhofstraße, Auf der Hall, Am Lerchengarten, mal sehen, wo wir morgen sind“.
Bei diesen Störfällen sind natürlich auch die Arbeiter des städtischen Bauhofs mit eingebunden. Doch auch der Bauhof ist keine Tiefbaufirma, ihm fehlt das passende Equipment. „Bei solchen Schäden müssen Fremdfirmen hinzugezogen werden, die zum einen die passenden Gerätschaften – wie Bagger – haben und zum anderen schnellstmöglich – am bestens sofort – mit der Arbeit beginnen können.
Schäden im Freibad
Da ist Gefahr im Verzug, das können wir nicht erst ausschreiben“, erläutert Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer, der am Freitag auf der Hall an der Baustelle war, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. „Wir haben in der Kernstadt teilweise noch ein altes Rohrleitungsnetz, das sehr anfällig ist“. Es war an diesem Tag nicht Schäfers einziger Außentermin. Weiter ging es ins Schlitzer Freibad.
Gemeinsam mit Vertretern des Bauamtes und des E-Werk begutachteten er und Schwimmmeister Uwe Gabler die sichtbaren Schäden im städtischen Freibad. Auf den ersten Blick waren einige Rand- und Überlaufkacheln geplatzt. „Den richtigen Schaden können wir erst ersehen, wenn wir Ende März das Wasser ablassen. Das bleibt über Winter drin und wird mit Eisdruckpolstern an den Rändern gesichert. Diese Polster sollen dem Eis den Druck nehmen und so die Kacheln schützen“, erklärt Gabler. Nach der Begehung wurden unverzüglich die kaputten Randkacheln gekennzeichnet, um sie auszutauschen. „Wir reparieren nur das Allernotwendigste.
Da wir nicht wissen wie es mit dem Hallenbad weitergeht, aber auch das Freibad saniert werden muss, brauchen wir schnellstens, doch gut durchdacht, ein Konzept, welches notfalls bei unserem Freibad auch eine Nutzung im Winter zulässt“, verrät das Stadtoberhaupt. Nach den Kosten der Frostschäden befragt, zuckt Schäfer mit den Schultern.
„Noch ist der Winter nicht rum und heute das waren noch nicht die letzten Schäden. Wir müssen abwarten, was noch auf uns zukommt. Erst im Frühjahr wird die Verwaltung mehr dazu sagen können“.
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