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26. August 2010



Unwetter: Versicherungen werden immer wichtiger

REGION Am vergangenen Montag wüteten zwei Tornados in den Gemeinden Schlüchtern und Grünberg im Main-Kinzig-Kreis.

Sie hinterließen eine große Anzahl Schäden an Gebäuden und Autos. Dächer wurden abgedeckt sowie Antennen, Markisen und Rollläden beschädigt. Umher fliegende Dachziegel beschädigten Häuserfassaden und Autos. Mehrere Bäume wurden umgerissen. Damit aus den materiellen Schäden durch Sturm kein finanzieller Schaden wird, geben die Sparkasse Oberhessen und die SparkassenVersicherung Tipps, welche Versicherungen für die Schäden aufkommen.

Was ist bei Sturm versichert?


Ab Windstärke 8 (62-74 km/h) herrscht nach den Versicherungsbedingungen Sturm. Dann kommen die Gebäude-, Hausrat- und Kfz-Kaskoversicherungen für Schäden auf. Gebäudeschäden, die z. B. durch umgefallene oder abgebrochene Bäume, Äste, Schornsteine und Masten entstanden sind, ersetzt die Wohngebäudeversicherung. Wenn der Sturm das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingedrückt hat, sind Folgeschäden, die durch eindringende Niederschläge entstehen, ebenfalls versichert. Für Gebäude, die sich noch im Bau befinden, ist eine Bauleistungsversicherung notwendig.
Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung werden von der Hausratversicherung ersetzt. Auch hier sind die Folgeschäden – die, z. B. nach einer Dachabdeckung am Hausrat auftreten können – mitversichert. In der Glasversicherung werden ohne Rücksicht auf die Schadenursache die Bruchschäden an Fenster- und Türscheiben sowie Glasdächern einschließlich der Kosten für eine etwa erforderliche Notverglasung ersetzt.
Schäden am Auto sind durch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt. Dabei werden nicht nur die Schäden ersetzt, die der Sturm direkt am Wagen verursacht – etwa durch Umkippen des Fahrzeuges –, sondern auch Beschädigungen, die durch umher fliegende Gegenstände wie z. B. Ziegel und Äste, angerichtet werden.

Hintergrundinformationen: Tornados in Deutschland – Eine unterschätzte Gefahr

Die oftmals auch als „Windhosen“ bezeichneten Tornados können sich in nahezu allen Gegenden der Erde im Bereich kräftiger Schauer und Gewitter bilden. Die althergebrachte Meinung, bei uns gäbe es keine oder nur wenige Tornados, stimmt nicht. Sie können in Deutschland genauso stark auftreten wie zum Beispiel in den USA. Und Tornados sind in Deutschland viel häufiger als gedacht. Allein im Jahr 2009 gab es mindestens 50 bestätigte Fälle und fast 150 Verdachtsfälle (www.tornadoliste.de). Ein Tornado der zweithöchsten Kategorie auf der Messskala für Tornados fegte im Juli 1968 mit mehr als 330 Stundenkilometern über Pforzheim hinweg. Er beschädigte mehr als 3 500 Gebäude und richtete Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro an. 2006 richtete ein Tornado Stärke von F3 im thüringischen Quirla durch herumfliegende Dachziegel, umstürzende Bäume und abgerissene Strom- und Telefonkabel große Schäden an. Der SV entstand dabei ein Schadenaufwand von rund 185 000 Euro. Häuser waren vorübergehend unbewohnbar und die Stromversorgung brach zeitweise völlig zusammen. Die Menschen in der Region waren von dem Tornado überrascht worden, da der Wetterdienst lediglich eine Warnung für Gewitter herausgegeben hatte. Die Stärken sind nach dem Meteorologen Tetsuya Theodore Fujita benannt und reicht von F 0 (unterhalb Orkanstärke) bis F 5 (420-513 Kilometer pro Stunde).
Was sind Tornados?

Die Entstehung eines Tornados ist recht komplex. Wichtigste Voraussetzung ist feuchtwarme Luft. Im Aufwindbereich eines Gewitters kann sich der eng begrenzte Wirbel bilden, der in der Regel einen Durchmesser von einigen hundert Metern hat und sich über eine Entfernung von etwa 20 bis 30 Kilometer bewegt. Die Windgeschwindigkeiten im Tornadowirbel sind mit herkömmlichen Instrumenten nicht messbar. Daher wird die Stärke eines Tornados anhand der Schäden beurteilt, die er hinterlässt. Schätzungen und Versuche im Windkanal haben allerdings Werte von zum Teil mehr als 500 Kilometern pro Stunde ergeben. Mit diesen Windgeschwindigkeiten fräsen Tornados alles nieder, was ihnen im Weg ist und hinterlassen, trotz ihrer kurzen Dauer von oft nur wenigen Minuten, häufig eine Spur der Verwüstung. 

rsb



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